Schlieren

40 Jahre Webstube Schlieren

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Webstube Schlieren

Webstube Schlieren

Schlieremer Webfrauen

Kettfaden und Schussfaden. Das Schiffchen hin, das Schiffchen her. Wer war nicht fasziniert vom Weben mit dem einfachen Tischrahmen in der Schule, erstaunt, dass ein Blätz entstanden ist oder ein Freundschaftsbändeli. Um einiges anspruchsvoller ist dann das Weben auf dem grossen Webstuhl. Es ist ein Hobby und eine Leidenschaft, denen ein gut eingespieltes Team von Frauen im Freizeithaus an der Kirchgasse 6 in Schlieren nachgeht.

Seit 40 Jahren existiert in Schlieren eine Webgruppe, die das uralte Handwerk mit Liebe und grossem Geschick pflegt. Gegründet 1973 mit einem kleinen Webstuhl im Feuerwehrlokal, fand die Webgruppe schnell weitere Interessentinnen. Weben als Freizeitgestaltung war damals auch der Startschuss für die Freizeitvereinigung Schlieren. Die Gemeinde stellte der wachsenden Zahl von Weberinnen bald schon zwei Zimmer im Freizeithaus zur Verfügung. Vier Webstühle sind seither in Betrieb. Unzählige Küchentücher, Kissenbezüge, Wolldecken, Schals, Vorhänge, Teppiche und meterweise Tuch wurden seither gewoben. Die kunsthandwerklichen Produkte finden zu Hause im Alltag oder als willkommene Geschenke sinnvolle Verwendung. Eine auserlesene aber beschränkte Anzahl kommt jedes Jahr am Adventsmarkt in Schlieren zum Verkauf. Die Webgruppe zählt aktuell 14 aktive Mitglieder.

Weben ist ein Gemeinschaftswerk, auch wenn am Webstuhl nur eine Frau das Schiffchen hin und her schiesst. Bevor die Weberinnen am Webstuhl loslegen können, gilt es das Endprodukt mit Farben und Muster zu bestimmen, dann müssen die Längsfäden in feinster Handarbeit aufgespannt und die Spulen für die Schiffchen gewickelt werden. Diese Vorbereitungsarbeiten werden jeden Dienstag von den Weberinnen, angeleitet von der sogenannten kleinen Webgruppe, dem Kernteam der Weberinnen, erledigt. Zum Kernteam gehören Ursula Daniels, Norma Daub, Elsi Dreyer, Regula Lutz, Elsbeth Risch und Elsbeth Wälti. Das Weben auf den vier Webstühlen geschieht dann individuell und in je eigenem Tempo unter der Woche. So entsteht Handwerkskunst für den Alltag. Weben ist zeitlos. Seit der Gründung sind die Webstühle gut ausgelastet. Das gemeinsame Planen und die Besprechung der Arbeiten wirken gegenseitig sehr anregend und spornen an. Letztes Jahr kamen drei neue Weberinnen mit südamerikanischen Wurzeln zur Gruppe dazu. Eine Bereicherung für alle – gewoben wird in allen Kulturen.

Am Dienstag, 4. Juni 2013, feierten die Webfrauen ihr Jubiläum. Sie luden zum Anlass die befreundete Webgruppe aus Weiningen ein. Das fröhliche Fest, die Freude und das gegenseitige Interesse am gemeinsamen Hobby lassen erahnen, das die Schlieremer Webfrauen noch lange ihre Schiffchen auf den Webstühlen hin und her schiessen werden. Das Jubiläumsjahr dauert das ganze Jahr. Die Webgruppe lädt alle Interessierten ein, einmal vorbeizuschauen, am besten dienstags. Das Freizeithaus steht offen.

Regula Lutz

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