Island ist eine parlamentarische Republik mit 320'000 Einwohner. Die Besiedelung Islands nahm im Südwesten ihren Anfang. 190'000 Menschen leben im Grossraum Reykjavik. Die grösste Vulkaninsel der Welt ist erdgeschichtlich ein sehr junges Land und liegt nahe beim Polarkreis. Die Fläche von 103'106 km2 hat nur 23,8% kultivierte Nutzfläche. Island liegt auf der Bruchkante zwischen der eurasischen und der nordamerikanischen Kontinentalplatte. Jährlich driften die Platten um etwa 2 cm auseinander, somit wächst Island. Nur auf den ersten Blick wirkt Islands Flora eintönig. Am steinigen Boden entdeckt man verschiedene Moose neben 450 höheren Pflanzenarten. Islands Tierwelt ist artenarm. Zu den beliebtesten Haustieren zählt das widerstandsfähige und treue Islandpferd. Die Erdaktivitäten lassen auf der Insel mehr als 200 Vulkane und etwa 25 Hochtemperaturgebiete mit bis zu 200°C heissen Schwefelquellen rumoren und blubbern. Die isländische Sprache gehört zum nordischen Zweig der germanischen Sprache.

Am Flughafen Leifur Eiriksson in Keflavik beginnt die Entdeckungsreise der reiselustigen Landfrauen aus den Bezirken Zürich und Dietikon. Ehemänner und befreundete Gäste reisen mit. Fahrer und Reisebegleiter Jon führen uns bei Wind und Regen der Südküste entlang durch landwirtschaftlich genütztes Gebiet. Der Süden, die typischste Region des Landes zeigt Gletscher, Vulkane, Pferde, Wasserfälle, Landwirtschaft und kulturhistorisch interessante Orte.

Die Naturschönheit Skogafoss, ein spektakulärer Wasserfall mit dem Schmelzwasser zweier Gletscher, ist 62 m hoch und 25 m breit. Viele Stufen führen zum Aussichtspunkt oberhalb des Wasserfalls oder zum Weg hinter den tosenden Wasservorhang. Ein malerisches Torfhaus-Ensemble gehört zum Heimatmuseum Skogar, das eine umfassende Sammlung alter Geräte, Wohnungseinrichtungen und Schriften zeigt. Der Sammler und Gründer des Museums spielt uns auf einem alten Saiteninstrument ein isländisches Lied.

Im 1967 gegründeten Nationalpark Skaftafell stehen wir nahe bei der Gletscherzunge des gigantischen Vatnajökull. Das Eis ist durch die Lava schwarz gefärbt. Eine Bootsfahrt im Amphibienfahrzeug auf der riesigen Gletscherlagune Jökulsarlon, zwischen schwimmenden Eisblöcken ist ein kleines Abenteuer. Riesige und kleine blassblaue Eisblöcke, die von der Gletscherzunge des Vatnajökull abbrechen, treiben im bis zu 180 m tiefen Wasser. Die Sicht ist schlecht, den gewaltigen Gletscher sehen wir nicht.

Mit Ausblick auf das Meer geht die Fahrt weiter auf der Ringstrasse zum Hafen von Höfn und durchs Tunnel in die Ostfjorde. Überall weiden Schafe, die noch vor dem Wintereinbruch eingetrieben werden. Sie weiden frei, sind gekennzeichnet und werden nicht geschoren. Bunt und fröhlich präsentiert sich Petras privater Steingarten in Stödvarfjördur. Ausgestellt sind unzählige verschiedenartige Steine, bunt schimmernde Mineralien und skurrile Gegenstände. In Gledivik präsentiert der Künstler Gudmundsson entlang des Hafendammes 34 Rieseneier in Form und Farbe der Eier aller Vögel die in der Region brüten.

Geröll- und Lavafelder, Schluchten mit wenig Wasser und kleinen Wasserfällen, Vegetationssfetzen entlang der schnurgeraden Strasse sind gut zu erkennen. Wegen Erosionsproblemen werden Lupinenfelder angelegt. Um die Vegetation zu schützen und um Erosionen zu vermeiden dürfen sich keine Fahrzeug neben den Wegen und Strassen bewegen. Später, nach der Überquerung des Flusses Jökulsa a Föllum führt ein Abstecher zum Dettifoss. Das imposante Naturwunder Dettifoss ist der wasserreichste Wasserfall Europas. Gespiesen von einem Gletscherfluss stürzen seine graubraunen Wassermassen 44m tief eine 100m breite Felswand hinab.

Wir fahren durch das Lava- und Spaltengebiet zum Kraftwerk für elektrische Energie. Es dampfen riesige Schwaden aus den Bohrungen. Das Dampf-Kraftwerk Krafla wurde an der Flanke des seit 1975 aktiven Vulkans Krafla erbaut. Am Berg Namafjall liegt ein grosses Hochtemperaturgebiet das die Besucher mit Dampfschwaden und Gestank begrüsst. Es blubbert heisser Schlamm aus Erdlöchern und bildet Mineralienablagerungen. Die Schlammquellen sind bis zu 200 m tief und über 100° C heiss. Höhlen im Spaltengebiet mit 43° bis 46°C warmem Wasser waren zum Baden beliebt bis Lavaausbrüche in der Nähe von Krafla und eine Lavabewegung nach Süden die Temperatur ansteigen liess.

Umgeben von vertrockneten 30-jährigen Lavaströmen fahren wir zum Lieblingsgebiet vieler Isländer und ausländischer Touristen, zum 37 km2 grossen Mückensee. Die spektakulären Lavagebilde am Ostufer des Sees sind Überbleibsel eines Lavasees, entstanden vor 2500 Jahren. Die Scheinkrater sind beeindruckend. Sie entstanden, als sich Lava über Sumpf oder Wasser ergoss.

Vom Fischerdorf Husavik aus fahren wir für 3 Stunden aufs Meer hinaus zur Walbeobachtung. Wasserdichte Overalls oder Mäntel schützen uns vor Wind und Nässe. Vom Boot aus beobachten alle aufmerksam das Wasser. Lange müssen wir uns gedulden. Doch noch vor abgelaufener Zeit zeigen sich ganz kurz Buckel- und Finnwale.

Das Naturschauspiel, der Wasserfall Godafoss ist nur 15 m hoch jedoch gut 100m breit. Häuptling Porgeir der Region Ljosavatn musste im Jahr 1000 entscheiden, ob die Isländer zum Christentum übertreten sollen. Er warf die letzten heidnischen Götterbilder in den Wasserfall. Der Name Godavoss (Götterwasserfall) erinnert an dieses Ereignis. Zu unterschiedlichen Zeiten des 18. und 19. Jahrhunderts entstanden die Gebäude des Glaumbaerhofes mit 16 Räumen. Sie bestehen aus dünnen Holzbrettern und sind durch dicke Schichten von Torfrasen getrennt und isoliert. Ein Torfhaus kann bei gemässigten Regenfällen ein Jahrhundert überdauern. Bis 1900 lebten die meisten Isländer in solchen Torfhäusern.

Von der ergiebigsten heissen Quelle der Welt pumpt ein Werk das 98 – 100 ° C heisse Wasser zum Heizen von Gebäuden an verschiedene Stationen bis nach Akranes im Süden des Landes. Die Quelle steht unter Naturschutz. Umgeben von 3000 jährigen Vulkanlandschaften mit zahlreichen Spalten ist weit entfernt ein Teil des grossen Gletschers Langjökull zu sehen.

Im Goldenen Kreis symbolisiert Thingvellir die Geschichte Islands. Dieser älteste Nationalpark des Landes stellt ist ein Naturwunder. Der Gullfoss Wasserfall rauscht über zwei Felsstufen in die Tiefe und gilt als Königin der isländischen Wasserfälle. Der Blick auf diesen doppelten Wasserfall ist grandios denn wir werden mit einigen Minuten Sonnenschein verwöhnt. Zum goldenen Kreis gehört auch das Feld der Geysire wo es reichlich spritzende heisse Quellen hat und Schlamm-Pfützen sprudeln. Die bis 20m hohe Fontäne des Strokkur erfreut und begeistert die Touristen. Das in einer heissen Quelle gebackene Brot und die feinen gekochten Eier samt Heringen und Oliven sind ein Genuss.

Am Ende der Rundreise auf der Vulkaninsel Island steht der Besuch in der Hauptstadt Reykjavik. Mit unzähligen Eindrücken der vergangenen Tage im Kopf geniessen wir von der Terrasse der „Perle“ den Rundblick über die Stadt, das Meer und die Hügelkette. Die spiegelnde Glaskuppe, platziert auf riesigen runden Heisswassertanks gibt dem Gebäude den Namen. Der nächste Tag steht zur freien Verfügung. Die einen geniessen ein erholsames Bad in der Blauen Lagune, andere entdecken die Stadt Reykjavik und besuchen den Botanischen Garten, die moderne Kunst- und Konzerthalle Harpa, den Hafen, eine Kirche, das Rathaus, die Läden der Perle oder bummeln in den Einkaufsstrassen.

Urdorf, im September 2013 Elisabeth Lüchinger