Todesfall
Bruno Jaeggi hat das Stadtkino nach Basel und Asien in die Schweizer Kinos gebracht

Der Solothurner Filmkritiker und -verleiher Bruno Jaeggi ist nach langjähriger Krankheit mit 79 Jahren verstorben.

bz
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Bruno Jaeggi mit dem taiwanesischen Regisseur Hou Hsiao-hsien.

Bruno Jaeggi mit dem taiwanesischen Regisseur Hou Hsiao-hsien.

trigon-film

Bruno Jaeggi, der in der Nacht zum 16. April im Alter von 79 Jahren gestorben ist, hat die Basler Filmlandschaft massgeblich geprägt. 1942 in Solothurn geboren, hatte Jaeggi nach dem Wirtschaftsgymnasium an der Universität Basel studiert und sich leidenschaftlich mit Film ­beschäftigt. Ab 1969 schrieb er vollberuflich für die «Basler Nachrichten» und die «Nationalzeitung» und machte sich einen Namen als einer der profiliertesten Schweizer Filmkritiker.

Sein Engagement war vielfältig, Jaeggi machte sich für ein Basler Stadtkino stark, war im Vorstand von Le Bon Film und Gründungsmitglied des Studiokinos Camera. Sein Wirkungsfeld blieb aber nicht auf Basel ­beschränkt: Von 1972 bis 1977 ­gehörte er der Programmkommission der Filmfestivals von Locarno und Nyon an, zwischen 1974 und 1977 war er Co-­Herausgeber der Zeitschrift «Cinema».

1988 gründete er mit trigon-film einen eigenen Verleih, der bis heute Filme aus Lateinamerika, Afrika und Asien in die Schweizer Kinos bringt. Er habe Jaeggi durch die «Nationalzeitung» kennen und schätzen gelernt, schreibt der ehemalige trigon-Leiter Walter Ruggle in seiner Würdigung. «Das war eine gewichtige Stimme, die man auch in Zürich wahrnahm und gerne las.»