Bruderholzspital

Spitaldirektor Hug schlägt zurück

André Hug: «Die Vorwürfe sind aus der Luft gegriffen.»

André Hug: «Die Vorwürfe sind aus der Luft gegriffen.»

Innert kurzer Zeit haben am Bruderholzspital Igor Langer, Chirurgie-Chefarzt, und Siegfried Heinzl, ärztlicher Leiter und Chefarzt der Frauenklinik, das Handtuch geworfen. Nun wird Kritik am Direktor André Hug laut.

Das Bruderholzspital hat schon bessere Zeiten durchlebt: Seit dem Flop bei der Umfrage zur Patientenzufriedenheit im Jahr 2008 arbeitet das Kantonsspital an seinem Image. Die Einführung der Fallpauschalen im Jahr 2012 und die Neubauplanung sorgen auch nicht für Freude. Und mit den Rücktritten von Igor Langer und Siegfried Heinzl verliert das Spital wegen interner Streitigkeiten und Umstrukturierungen auch noch zwei renommierte Chefärzte.

Die spitalinternen Konflikte haben in den Medien eine Debatte um den Führungsstil von André Hug losgetreten. Der Direktor des Bruderholzspitals nimmt im Interview mit der Basellandschaftlichen Zeitung erstmals Stellung zu den geäusser-ten Vorwürfen. Sein Führungsstil sei nicht autoritär, sondern konsultativ, sagt Hug. Dennoch gibt der 57-Jährige zu, beim Entscheid, die bei der Chirurgie angesiedelte Handchirurgie zur Orthopädie zu transferieren, die beiden zuständigen Chefärzte nicht einbezogen zu haben. Grund: Ein Gespräch hätte nur seinen Entscheid beeinflusst.

André Hug vermutet, dass aktiv an seinem Stuhl gesägt wird. Namen will der Bruderholz-Direktor jedoch keine nennen.

Herr Hug, erst das schlechte Abschneiden bei der Umfrage zur Patientenzufriedenheit im Jahr 2008, nun der Rücktritt zweier renommierter Chefärzte. Was ist los auf dem Bruderholzspital?

André Hug: Diese beiden Ereignisse in Verbindung zu bringen, finde ich, ehrlich gesagt, ein bisschen gewagt.

Sie können aber nicht abstreiten, dass auf dem Bruderholz in letzter Zeit eine schlechte Nachricht die andere jagt.

André Hug: Das würde ich so nicht sagen. Wir werden nicht nur negativ erwähnt. So haben unsere Ausbildungsstellen, unsere Apotheke und nicht zuletzt auch das Neubauprojekt durchaus für positive Schlagzeilen gesorgt.

Ihre Führungsqualitäten werden derzeit von verschiedenen Seiten stark angezweifelt. Laut der «Basler Zeitung» bezeichnen Sie einige Ihrer Mitarbeiter als «impulsiven und autoritären Chef», der seine Entscheide ohne Rücksprache mit der Ärzteschaft fällt.

André Hug: Das ist aus der Luft gegriffen. Ich würde meinen Führungsstil zwar nicht als demokratisch, aber als konsultativ bezeichnen. Ich treffe nicht einsame Entscheide in meinem Büro, sondern versuche, ein Problem von allen Seiten zu betrachten und dann objektiv zu entscheiden. Der Vorwurf, ich sei autoritär, ist wohl darauf zurückzuführen, dass ich im Herbst 2009 eigenmächtig beschlossen habe, die bei der Chirurgie angesiedelte Handchirurgie zur Orthopädie zu transferieren. Ich konsultierte weder Igor Langer (Chefarzt der Chirurgie; Red.) noch Niklaus F. Friedrich (Chefarzt der Orthopädie; Red.).

Sägt da jemand an ihrem Stuhl?

André Hug: Es sieht ganz so aus.

Ist das eine organisierte Aktion?

André Hug: Das glaube ich nicht. Ich kann mir höchstens zwei Personen vorstellen, die dahinter stecken könnten.

Und die wären?

André Hug: Dazu möchte ich nichts sagen.

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