Persönlich
Basels Datschas am Rhein

Drei Fischergalgen sind einem Hangabrutsch als Folge des Hochwassers zum Opfer gefallen. Ein Sakrileg an einem Privileg.

Christian Mensch
Christian Mensch
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Hochwasser. Auf der Höhe der Grenzacherstrasse wurden Teile der Böschung weggespült und mit dieser einige Fischergalgen

Hochwasser. Auf der Höhe der Grenzacherstrasse wurden Teile der Böschung weggespült und mit dieser einige Fischergalgen

Roland Schmid

54 Fischergalgen säumten das Ufer des Rheins auf basel-städtischem Boden. Sie prägen, fragt man auswärtige Besucher, das städtische Bild. Für die Hiesigen gehören sie derart dazu, dass sie schon kaum mehr gesehen werden. Für den Primärzweck, dem Fischen, werden sie ohnehin nicht oder bloss aus nostalgischen Gründen genutzt. Für den Sekundärzweck, dem Feiern, haben sie gleichzeitig an Exklusivität verloren, seit das beidseitige Rheinufer den Status eines Central Parks mit unzähligen Feuerstellen und Buvetten erlangt hat.

Anfang Juni kam ein weiterer Fischergalgen dazu. Nach coronabedingtem Aufschub wurde der Vereinsgalgen am Elsässerrheinweg eingeweiht. Nun gibt es wieder drei Galgen weniger. Sie sind dem Hangabrutsch an der Grenzacherstrasse zum Opfer gefallen. Ob sie wieder aufgebaut werden und wer denn diese Kosten übernimmt, scheint mitunter beinahe mehr zu interessieren, als wann die Verkehrsverbindung an der oberen Hangkante wieder funktioniert.

Was ein Schlaglicht auf die eigentliche Besonderheit dieser Datschas auf städtischem Boden wirft: Sie bleiben über Generationen in der Familie. Und kommt es doch zu einem Verkauf, dann zu einem guten Preis. Eine Ausschreibung gibt es nicht, es gilt das Gewohnheits- und Bestandesrecht. Dies gilt es zu respektieren. Da kann nicht einfach ein Hochwasser dahergeschwommen kommen und die Freizeithäuschen den Fluten überantworten.

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