ÖV-Verband kritisiert
Neuer Aeschenplatz sei «teurer Pfusch» und eine Verschlechterung für den Tramverkehr

Die Interessensgemeinschaft öffentlicher Verkehr (IGöV) kritisiert die Umgestaltungspläne für den Aeschenplatz scharf. Diese hätten für den öffentlichen Verkehr massive Verschlechterungen zur Folge, kritisiert Präsident Stephan Appenzeller.

bz
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Dass die Trams in Richtung Hardstrasse den Aeschenplatz im Linksverkehr befahren, hält Appenzeller für keine gute Idee.

Dass die Trams in Richtung Hardstrasse den Aeschenplatz im Linksverkehr befahren, hält Appenzeller für keine gute Idee.

Bild: Kenneth Nars

Für ihn sind die am Dienstag präsentierten Pläne für den Aeschenplatz ein «teurer Pfusch». Das Parlament solle das Vorhaben zur Überarbeitung an die Regierung zurückweisen. Diese hat rund 1,4 Millionen Franken beantragt, um das Projekt voranzutreiben. Für den gesamten Umbau rechnen die Verantwortlichen mit einem zweistelligen Millionenbetrag.

Stephan Appenzeller, Präsident IGöV

Stephan Appenzeller, Präsident IGöV

Bild: Claude Giger

Zwar anerkenne die IGöV die Verbesserungen, die der geplante Grosskreisel für die Fussgänger und Velofahrer bringt. Diese sollen künftig mehr Platz erhalten. Die Pläne für den Tramverkehr seien aber missglückt, so die IGöV. Etwa die Idee, die Linie 15 künftig via Gartenstrasse statt direkt über den Platz zu führen. Damit verlängere sich die Fahrzeit um zwei Minuten, rechnet die IGöV.

Die Regierung verstosse so gegen die eigenen Ziele, den ÖV schneller und attraktiver zu machen. Die Folge seien weitere Fahrgastverluste. Pikant: Das zuständige Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) spricht dagegen von nur 35 bis 50 Sekunden Zeitverlust. Mit der Verlegung des 15ers soll der Verkehr entflechtet werden, so die Pläne der Verantwortlichen.

Geplanter Linksverkehr des Trams ist umstritten

Auch dass die Trams in Richtung Hardstrasse den Aeschenplatz im Linksverkehr befahren, hält Appenzeller für keine gute Idee. «Das hat nicht nur zusätzliche Eigenbehinderungen zur Folge, sondern führt auch zu gefährlichen Situationen für alle Verkehrsteilnehmenden und zu noch mehr Fahrzeitverlusten.» Durch den Wechsel zurück auf Rechtsverkehr käme es zu weiteren Engpässen und damit Verzögerungen.

Die Umbaupläne sorgten bereits am Dienstag bei Bekanntwerden der Pläne für Kritik. So sieht etwa auch der Verkehrs-Club Schweiz beider Basel (VCS) die Trampläne kritisch. Auch für Pro Velo gibt es Verbesserungsbedarf beim vorgeschlagenen Umbau des Aeschenplatzes. Noch nicht geäussert haben sich die Autoverbände. Es ist anzunehmen, dass die Pläne des Bau- und Verkehrsdepartements noch Einiges zu diskutieren geben werden. Es wäre keine Überraschung, wenn dereinst die Stimmbevölkerung das letzte Wort hat.

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