Zwischennutzung

Musikakademie zügelt in historisches Haus

St.Alban-Vorstadt 93/95

Der Bau in der St. Alban-Vorstadt – für zwei Jahre neues Zuhause der Musikakademie.

St.Alban-Vorstadt 93/95

Eine Gesamtsanierung zwingt die Musikakademie, umzuziehen. Dafür wird das Letzischulhaus umgebaut.

Musikunterricht und lärmende Bauarbeiten lassen sich schlecht kombinieren. Da eine Gesamtsanierung die Musikakademie in eine Baustelle verwandelt, wechselt die Akademie während der Bauzeit ihren Standort: Sie zieht für zwei Jahre in die St. Alban-Vorstadt 93/95, in das Gebäude des Letzischulhauses. Die schulischen Brückenangebote, die bisher an diesem Ort stattfanden, werden wiederum an die Elsässerstrasse verlegt. Das Gebäude in der Vorstadt steht deshalb bald leer und der Akademie für eine zweijährige Zwischennutzung zur Verfügung.

Bevor die Akademie einziehen kann, müssen statische und räumliche Anpassungen erfolgen. Ausserdem soll das Gebäude schallgeschützt werden und die Sanierung soll einem «nachhaltigen» Anspruch entsprechen. Mehr als sechs Millionen Franken investiert der Kanton Basel-Stadt gemäss Grobkostenplanung in das Bauprojekt, das bereits im November starten soll und voraussichtlich im Oktober 2021 fertig sein wird. Dies jedenfalls ist dem Projektpflichtenheft einer Submission des Bau - und Verkehrsdepartements zu entnehmen.

Haus mit Geschichte und verschiedenen Funktionen

Es ist nicht das erste Mal, dass das Gebäude in der St. Alban-Vorstadt eine neue Bestimmung erhält. Über mehrere Jahrhunderte wechselten auf der Parzelle die Nutzungen. Einst gehörte sie zum Klosterbereich. Mitte 19. Jahrhundert verarbeitete die Bandfabrik Sarasin & Co. dort Seide. Der als «Rote Fabrik» bezeichnete Bau wurde von Melchior Berri nach Plänen von Christoph Riggenbach errichtet: Ein vierstöckiger Bau mit Flachdach, der auf jedem Stock mit einem grossen Arbeitssaal ausgestattet war. Er galt als ein Musterbau für die damalige Seidenfabrikation. Ein Jahrhundert später wurde die Bandproduktion eingestellt. Das Gebäude verlor somit seine Funktion und sollte im Rahmen einer Sanierung des St. Alban-Tals abgerissen werden. Mit Hilfe der Christoph Merian Stiftung (CMS) konnte die der Abrissbirne geweihte Fabrik aber gerettet werden. Die CMS baute sie darauf zu einer Jugendherberge um.

Das Haus wurde aus feuer- und baupolizeilichen Gründen völlig ausgekernt, sodass von der ursprünglichen Bausubstanz nur die Fassaden und die grosse Halle des Färbkellers übrigblieben. Diese Räume werden zukünftig für den Unterricht der Musikakademie genutzt. Es zeigte sich, dass das Gebäude nur bedingt für diese Nutzung geeignet ist. Einer Machbarkeitsstudie zufolge ist einerseits die Raumstruktur zu gross und andererseits würde der notwendige Schallschutz die Tragfähigkeit der Decken überlasten. Wegen der geringen Genügsamkeit der Raumstrukturen empfehlen die Planer, diese komplett zurückzubauen.

Für die Musikakademie nur bedingt geeignet

Der Umbau ist jedoch lediglich eine Vorinvestition für die darauffolgende Nutzung des Gebäudes: Wohnen. Dass die Räume später als Wohnungen gebraucht werden, wird in der Planung berücksichtigt. Für die genaue Ausgestaltung bleiben zwei Jahre Zeit.

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