Mein Leben im Dreiland
Eine Stadt wächst an den Rhein

Im südbadischen Städtchen Neuenburg entsteht derzeit eine grosse Landesgartenschau, die im April nächsten Jahres eröffnet wird.

Peter Schenk
Peter Schenk
Drucken
Im Vordergrund der Altrhein, hinten Neuenburg, dazwischen entsteht bis zum April 2022 die Landesgartenschau.

Im Vordergrund der Altrhein, hinten Neuenburg, dazwischen entsteht bis zum April 2022 die Landesgartenschau.

zvg

Im südbadische Städtchen Neuenburg, 25 Kilometer nördlich von Basel, werden derzeit 100 Millionen Euro in eine Landesgartenschau investiert, die mit einem Stadtentwicklungsprojekt gekoppelt ist. Aufwändig gestaltete Gärten, Parkanlagen, aufgewertete Streuobstwiesen, ein grosser Spielplatz und als Hauptelement die Rheinterrassen erwarten zur Eröffnung am 22. April nächsten Jahres die Gäste.

Die Rheinkorrektur Tullas, der Bau des Rheinseitenkanals, der Autobahn und weiterer Strassen hatten die 12 000 Einwohnerstadt seit 1850 vom Fluss getrennt. Nun aber werden die Rheinauen und der schöne Altrhein wieder gut erreichbar sein - eine Stadt wächst an den Rhein, wo eine grüne Lunge entsteht.

Auenlandschaft wird bei Hochwasser Rückhalteraum

Die renaturierte Auenlandschaft dient bei Hochwasser als Rückhalteraum. Für den dabei abgebauten Kies wird die Stadt vom Bauherrn, dem Land, entschädigt. Rekultiviert wurde auch eine ehemalige Mülldeponie. Am Rhein entsteht neben einer Aussichtsplattform, Liegewiesen und Anlegestellen für Kajaks und Kanus auch eine Freilichtbühne.

In einem Blumenhaus sind alle vierzehn Tage wechselnde Ausstellungen zu sehen. Neben einem Mittelalterspielplatz findet sich auch ein Skate- und Funpark. Das Elsass wird mit einem eigenen Garten ebenso vertreten sein wie die Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin. Ein dauerhafter Garten wird von zwölf Zähringerstädten gestaltet, zu denen neben Neuenburg selbst aus der Schweiz Bern, Burgdorf (BE), Fribourg, Murten, Rheinfelden und Thun gehören.

Bis einschliesslich 17 Jahren freier Eintritt

Auf dem 23 Hektaren grossen Gelände sind 2000 Veranstaltungen geplant. Für die Landesgartenschau wurde extra die Anschlussstelle der Autobahn A5 umgebaut. Es entsteht ein grosser temporärer Parkplatz. Zu Fuss liegt das Gelände zehn Minuten vom Bahnhof entfernt. Hunde sind darauf nicht gestattet, aber eine gute Nachricht gibt es für Familien, denn bis einschliesslich 17 Jahren ist der Eintritt frei.

Ursprünglich sollte über der Autobahn, ähnlich der Raststätte Pratteln, eine Überbauung mit Geschäften und gastronomischen Angeboten entstehen. Die Stadt signalisiert zwar weiter Interesse am Vorhaben, konnte es aber zur Landesgartenschau nicht rechtzeitig umsetzen.

peter.schenk@chmedia.ch