Kommentar
Die Blindheit der Regierung

Die Basler Exekutive sollte endlich Rückgrat beweisen und sich lieber heute als morgen zu einem Entscheid betreffend Durchführung der Fasnacht durchringen. Alles andere wäre respektlos, so die Meinung unserer Autorin.

Rahel Empl
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Stirbt sie nun oder stirbt sie nicht, die Basler Fasnacht in diesem Jahr?

Stirbt sie nun oder stirbt sie nicht, die Basler Fasnacht in diesem Jahr?

Urs Flueeler/KEYSTONE

Die Basler Fasnächtlerinnen und Fasnächtler können einem nur noch leidtun. Während der Chienbäse in Liestal ohne Wenn und Aber längst abgesagt wurde, tut man sich im Basler Rathaus unheimlich schwer damit, sich zu einem Entscheid durchzuringen: Es bleibt ungewiss, ob die «drey scheenschte Dääg» stattfinden können oder nicht.

Die Regierung vertagte den entsprechenden Entscheid auf Anfang Februar, wie sie gestern in einem Nebensatz im letzten Abschnitt ihres Bulletins verlauten liess. Damit bleiben die Aktiven, die seit Tagen am Hoffen und Bangen sind, weitere drei lange Wochen im luftleeren Raum hängen, umgeben von lauter Fragen: Findet die Basler Fasnacht nun statt? Und wenn ja, wie und wann? In wenigen Wochen? Im Frühling, im Sommer? Auf der Strasse oder nur in den Cliquenkellern?

Das Zuwarten der Regierung zeugt von mangelndem Re­spekt und einer gewissen Blindheit gegenüber den Bedürfnissen der Fasnächtlerinnen und Fasnächtler. Für sie bleibt es eine Unmöglichkeit zu planen. Der Regierungsrat sollte endlich Rückgrat beweisen und sich so rasch es geht – lieber heute als morgen – entscheiden. Und damit klare Verhältnisse schaffen. Wie sagte Charles de Gaulle einst so treffend: «Es ist besser, unvollkommene Entscheidungen durchzuführen, als beständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen, die es niemals geben wird.»

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Leonore Cron

Lieber Herr Zweidler Sind Sie doch einfach nur froh, hier in der Schweiz sein zu dürfen. Alles in allem geht die Schweiz doch sehr umsichtig und tolerant mit dieser schwierigen Situation um - anders als ihr Heimatland. Und bitte keine Kommentare über unsere Fasnacht, schon gar nicht über die Frage, ob wir Frau Fasnacht überhaupt noch brauchen. Danke.

Thomas Zweidler

Basel war/ist Musterknabe bei Corona. Herr Engelberger gefällt die Rolle neben Berset auf der nationalen Bühne. Er hat Bundesratsluft geschnuppert. Basels Beizen hatten schon lange zu, als die übrige Schweiz die Restaurants noch offen liess. In Binningen gabs einen Kaffee, am Neuweilerplatz nicht. Immer streng, Masken in Schulen schon lange vor den anderen Kantonen, Schliessungen des Indoor Fitness (und die Bevölkerung ging nach BL oder in die übrige Schweiz), Schliessung der Eglisee-Kunsteisbahn - und man ging nach Sissach BL und und und.... Die Regierung wurde von der Bevölkerung gewählt. Nun hat sie das Resultat: Eine ernste, strenge Corona-Massnahmen-Regierung in der Stadt. Lustig ist dies alles schon lange nicht mehr, das Lachen ist verschwunden bei vielen - wieso brauchts dann überhaupt noch eine Fasnacht in dieser Stadt.....