Klimawandel

Im Wittinsburger Waldstück müssen wegen Trockenheit Bäume weg

Symbolbild

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Für die Sicherheit auf Kantons- und Gemeindestrassen muss das Forstrevier zahlreiche Bäume fällen.

In einem Waldstreifen im Gebiet Ägerte an der Kantonsstrasse zwischen Wittinsburg und Känerkinden ist deutlich zu sehen, welche Spuren die Trockenheit und Wärme der vergangenen Jahre an Buchen hinterlassen haben. Auf einer knappen Hektare muss eine Zwangsnutzung vorgenommen werden, um die Sicherheit auf den Strassen des Kantons und der Gemeinde Wittinsburg zu gewährleisten.

«Eigentlich passt die Buche gar nicht dorthin»

«Wir sind gezwungen, Bäume aus Sicherheitsgründen zu fällen. Ein kleiner Anteil von etwa zehn Prozent kann noch als Nutzholz verwertet werden. Der Rest ist nur noch energetisch verwendbar», erklärt Samuel Bürgin, der Revierförster des Forstreviers Homburg. Das Baselbieter Tiefbauamt hat als Eigentümer der Verbindungsstrasse von Wittinsburg nach Känerkinden diese Zwangsnutzung gefordert und trägt zusammen mit dem Amt für Wald beider Basel auch die Restkosten dafür.

Besitzer der Parzellen des betroffenen Waldareals sind Privatpersonen. Mit diesen habe man eine Begehung vor Ort durchgeführt und dabei die kritische Lage erörtert, erzählt Bürgin und fügt an: «Die Leute haben das Begehren des Kantons akzeptiert und ihr Einverständnis gegeben.» Privatwaldbesitzer unterstehen keiner Bewirtschaftungspflicht. Im Fall «Ägerte» gilt die Werkeigentümerhaftung. Will heissen: Der Kanton ist verantwortlich für die Sicherheit der Strasse und deren Umgebung, und dazu gehört auch der Wald.

Der betroffene Waldstreifen im Gebiet Ägerte an der Kantonsstrasse zwischen Wittinsburg und Känerkinden.

Wittinsburg Wald Ägerte

Der betroffene Waldstreifen im Gebiet Ägerte an der Kantonsstrasse zwischen Wittinsburg und Känerkinden.

Laut dem 38-jährigen Revierförster hat sich eine Zwangsnutzung in der «Ägerte» abgezeichnet. Die seit längerem immer wieder trockenen Jahre
haben dem dortigen Wald, der zu 95 Prozent aus Buchen besteht, arg zugesetzt. Der Standort ist gegen Süden exponiert, die Sonneneinstrahlung intensiv. «Eigentlich passt die Buche gar nicht dorthin», sagt Samuel Bürgin. Das Alter der Bäume sei ein weiterer Grund für die Zwangsnutzung. «Irgendwann sind sie nicht mehr so widerstandsfähig und vital.»

Voraussichtlich wird die entstehende offene Fläche mit zukunftsfähigen Traubeneichen aufgeforstet. Derzeit laufen Abklärungen mit dem Kanton und den Waldeigentümern. Die Traubeneiche ist eine Baumart, die besser gewappnet ist gegen Hitze und Trockenheit. Das Gebiet Ägerte ist nicht das einzige in der Region, dem eine Zwangsnutzung bevorsteht. Solche Beispiele häuften sich, stellt Bürgin fest. «Es gibt diverse exponierte Standorte mit überalterten Baumbeständen.» Teils beginnen Buchen, aber auch Weiss- und Rottannen abzusterben. Nicht überall sei das Sicherheitsrisiko jedoch so gross wie in der «Ägerte», wo es «ganz extrem» sei.

Gegen 1'000 Hektaren zum Bewirtschaften

Samuel Bürgin ist momentan mit der Nutzungsplanung im Forstrevier Homburg beschäftigt. Dazu zählen die Waldungen der Einwohnergemeinden Buckten und Rümlingen sowie der Bürgergemeinden Läufelfingen, Wittinsburg, Diepflingen, Häfelfingen und Rünenberg. Das Forstrevier Homburg bewirtschaftet insgesamt 646 Hektaren öffentlichen Wald und ist für rund 291 Hektaren Privatwald als hoheitliche Aufgabe zuständig. Die Wälder setzen sich aus 70 Prozent Laub- und 30 Prozent Nadelbäumen zusammen.

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