Basel
Facelifting für das Restaurant Kunsthalle

Ende Juni haben die Umbauarbeiten am Restaurant Kunsthalle begonnen. Der Sanierungsbedarf ist weit grösser als zunächst angenommen.

Alan Heckel
Drucken
Christian Vultier vom Restaurant Kunsthalle

Christian Vultier vom Restaurant Kunsthalle

zvg

Das Ende der Umbauarbeiten in der «Kunsthalle» ist auf Anfang November terminiert. Bis dahin werden über 200 Arbeiter ihren Teil dazu beitragen, dass das Basler Traditionslokal moderner wird.

Allerdings betrifft ein grosser Teil des Umbaus Dinge im Hintergrund. Deshalb glaubt Christian Vultier, der Geschäftsführer des Restaurants, dass die Änderungen nur Stammgästen auffallen werden.

«Wir machen bewusst nichts Neues, schliesslich ist die Kunsthalle, wie man sie kennt, ja der Grund, wieso die Leute herkommen», sagt er während der gestrigen Baustellenbesichtigung und zieht den Vergleich zu einer älteren Person, «die ein Facelifting machen lässt, um weiterhin gut auszusehen».

Ausmass unterschätzt

Als vor ein paar Jahren die Candrian Catering AG aus Zürich Mieterin der Kunsthalle wurde, war dem Unternehmen bewusst, «dass die Installationen in einem gewissen Alter waren», wie Geschäftsleiter Thomas Keller erklärt.

Als die Zeit zur Modernisierung schliesslich gekommen ist, gesteht er allerdings: «Bei Licht betrachtet haben wir das Ausmass etwas unterschätzt.»

Die Renovierung der Campari-Bar ist hingegen bereits abgeschlossen. «Wir haben die Decke gesäubert und der Campari-Bar einen frischen Touch verpasst», erklärt Alex Kaden, Candrian-Geschäftsführer in Basel.

Die Arbeiten an den Garderoben für das Personal, die ebenfalls in diesem Flügel entstehen, sind derweil in vollem Gange. Die deutlich grössere Baustelle befindet sich im Flügel am Steinenberg, wo der «Schlauch» und der «weisse Teil» eine Frischzellenkur kriegen. Weil nicht nur im Erd-, sondern auch im Untergeschoss gebaut wird, wähnt sich der Laie während der Besichtigung bald einmal in einem Labyrinth.

Keller, Kaden, Vultier und PR-Verantwortliche Tina Candrian, die gemeinsam mit Architektin Bettina Haberbeck Schlempp vom verantwortlichen Büro Miller & Maranta durch die vielen Räume führen, wirken in ihren feinen Anzügen trotz der aufgesetzten Bauhelme fehl am Platz.

Doch ihre Ausführungen sind präzise und fundiert. Man ahnt, dass jeder aus diesem Quintett wohl schon dutzendfach jeden Quadratmeter der Baustelle abgelaufen hat.

Änderungen im Menüplan

In jedem Raum des Ende des 19.Jahrhunderts erbauten Gebäudes müssen die Stromkabel ausgetauscht werden. Während die Wände des «Schlauchs» zum Schutz der Wandmalereien mit Holz ausgekleidet sind, präsentieren sich die restlichen Räume wie auf jeder anderen Baustelle auch.

Lose Kabel, eingerissene Wände und offene Decken prägen das Bild. Die Liste der Renovationen ist lang: Sie umfasst unter anderem statische Massnahmen, eine neue Küche, den Einbau eines Lifts zu Warenannahme, den Umbau der Kanalisation, ein Upgrade des Technikraums, modernisierte Lagerräume und die Anschaffung einer Anlage für Grünabfälle.

Während die Beleuchtung im Gastronomiebereich gleich bleibt, wird in der Küche auf LED umgestellt. Doch nicht nur hinter den Kulissen wird kräftig aufgerüstet, auch im Gastronomiebereich sind Änderungen geplant.

«Mit der moderneren Küche steigen auch die Anforderungen an die Küchencrew», erklärt Thomas Keller. Wirt Vultier hält gleichzeitig fest: «Preisänderungen wird es deswegen keine geben!»