Wiesenmeisterschaft

Dittingen hat schönste Magerwiese

Markus Schmidlin (von links) mit Partnerin Manuela Buser sowie seinen Eltern Lilly und Walter Schmidlin auf der siegreichen Magerwiese.Bild: Simon Tschopp (Dittingen, 24. Juni 2020)

Wiesenmeisterschaft

Markus Schmidlin (von links) mit Partnerin Manuela Buser sowie seinen Eltern Lilly und Walter Schmidlin auf der siegreichen Magerwiese.Bild: Simon Tschopp (Dittingen, 24. Juni 2020)

Für die erste Baselbieter Wiesenmeisterschaft hat eine Jury 82 artenreiche Flächen bewertet.

Susanne Kaufmann ist begeistert. Sie steht auf der Magerwiese von Markus Schmidlin, die sich «Auf Hag» beim Flugplatz in Dittingen befindet. Das rund vier Hektare grosse Grundstück ist bei der ersten Baselbieter Wiesenmeisterschaft mit dem Maximum von 40 Punkten bewertet worden. Logischerweise gewinnt es auch eine der vier Kategorien (siehe Kasten).

«Eine grossartige Matte, eine Matte der Superlative, eine wunderschöne und parkartige Landschaft», schwärmt Kaufmann, welche die vierköpfige Jury präsidiert. Diese Magerwiese weist 20 attraktive und 15 seltene Pflanzen sowie diverse Orchideenarten auf. Sie wurde seit eh und je extensiv bewirtschaftet, weshalb sie sich so artenreich präsentiert. Durch den lockeren Bestand und die schmalen Grashalme dringt das Licht bis zum Boden, sodass sich auch kleine Pflanzen entfalten können. Klar ist, dass der Futterertrag klein ist. Die Jurypräsidentin spricht von «Medizinalheu».

«Ich war sehr überrascht über die Maximalpunktzahl», sagt ein stolzer Markus Schmidlin zur bz. Diese Auszeichnung bedeute für ihn eine «sehr grosse Wertschätzung». Vater Walter Schmidlin hat die Wiese zuvor bewirtschaftet, mit Andrin Schmidlin steht bereits die dritte Generation bereit.

Die insgesamt 82 Mager- und Blumenwiesen von 55 Landwirten wurden primär floristisch bewertet; die Insektenarten könne man weder messen noch zählen, erklärt Susanne Kaufmann. Zusätzliche Punkte gab es für besonders attraktive und seltene Pflanzen sowie für Strukturen wie Büsche, Bäume und Hecken. Grössere Flächen bekamen einen Bonus. Die Zeitfenster für die Bewertungen der Wiesen im Tal- und Berggebiet waren von April bis Juni begrenzt, deshalb sind es Momentaufnahmen.

Die drei Erstplatzierten aller vier Kategorien erhielten auf dem Bergmattenhof ob Dittingen, wo die beste Magerwiese im Berggebiet ist, je ein Diplom sowie Preisgelder: 2'000 Franken für die Sieger, 1'000 Franken für die Zweit- und 500 Franken für die Drittplatzierten.

Projektleiter Urs Chrétien von Pro Natura Baselland stellt erfreut fest, dass die prämierten Flächen über den ganzen Kanton verteilt sind – von Therwil bis Oltingen. Dennoch gibt es zwei Hotspots: Dittingen und Lauwil. Die Laufentaler Gemeinde darf zwei Kategoriensieger feiern, im Lauwiler Berggebiet sind gleich drei Wiesen ausgezeichnet worden, und zwar bei den Blumenwiesen (1. Platz) und Magerwiesen (2. und 3. Platz). Speziell sei, dass sich zwei Siegermatten an Nordhängen befänden, meint Chrétien.

Die Trägerschaft für die Baselbieter Wiesenmeisterschaft bilden Pro Natura Baselland, der Bauernverband beider Basel und Baselland Tourismus. Dieses Projekt wurde in enger Kooperation mit dem Ebenrain-Zentrum in Sissach durchgeführt und vom Swisslos-Fonds Baselland und der Landwirtschaftsstiftung Fondation Sur-la-Croix finanziell unterstützt.

Mit der Wiesenmeisterschaft werden die Bevölkerung auf die Schönheit und den ökologischen Wert der Wiesen aufmerksam gemacht und die Bauern und Bäuerinnen, die ihre Flächen standortgerecht bewirtschaften, für ihren grossen Einsatz belohnt.

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