«Die Muba soll wieder eine Messe werden, die die ganze Schweiz begeistert», sagt Messeleiter Daniel Nussbaumer. Die Lego-Messe «Brick Live» helfe dabei, das zeige bereits der Vorverkauf. «Wir haben schon Tickets nach Genf verkauft – wann war das zum letzten Mal der Fall, dass die Muba Menschen aus Genf nach Basel lockte», fragt der Messeleiter, der seit einem Jahr im Amt ist.

Nun sollen es also die Legosteine richten. Zumindest die Zahlen des im Ausland eingekauften Spektakels sind beeindruckend. Rund fünf Millionen Steine wurden aus England nach Basel gekarrt, fünf Sattelschlepper waren dafür nötig. Der ganze untere Stock der Messehalle 1 verwandelt sich bis am Freitag in ein Lego-Wunderland, mit dabei auch ein Mammut, mit drei Metern Höhe die grösste, jemals in der Schweiz ausgestellte Legofigur. Und mit den 1,4 Tonnen Gewicht vermutlich auch die schwerste.

Dass Staubsauger und Whirlpools nicht mehr reichen, um zehn Tage lang die Mubahallen zu füllen, das zeigt der stetige Rückgang der Eintrittszahlen in den vergangenen Jahren. Auch die letztjährige Jubiläumsmesse mit Konzerten und Rahmenprogramm brachte keine Trendwende, rund 130 000 Zuschauer wurden registriert, das sind fast 50 000 weniger als noch 2009 und ein Bruchteil der Besucher in den Blütezeiten der Messe. Dies dürfte sich mit der Lego-Sonderschau ändern, doch zu welchem Preis? 28 Franken kostet ein Einzeleintritt in die Bricklive, der Mubaeintritt wird angerechnet. Eine vierköpfige Familie kam bisher unter der Woche für 16 Franken in die Messe, mit Lego kostet der Spass nun 88 Franken. «Es ist klar, dass wir einen solchen Zusatzaufwand auch refinanzieren müssen», sagt Nussbaumer.

Aufbau mit Schneeschaufeln

Damit die Millionen an Legosteinen am Freitag alle frisch desinfiziert und sortiert bereit stehen, waren schon am Mittwoch Dutzende Helfer mit dem Aufbau beschäftigt. Einer davon war Heiko Numrich, der normalerweise grosse Konzertbühnen zusammenschraubt. Diesmal schaufelte er kiloweise rote Legosteine in die Spielbereiche. «Wie ein Flashback in die Kindheit fühlt sich das an», sagt er mit einem Lächeln im Gesicht und Schweissperlen auf der Stirn.

Geübter im Umgang mit grossen Mengen Legosteinen ist Andreas Kunz, Präsident des Schweizer Lego-Vereins und Inhaber der grössten privaten Legosammlung im Land. «Für einen Fan wie mich ein absoluter Horror», sagte er, als er die Legoberge mit Schuhen betreten musste, um sich für die Fotografen in Szene zu setzen. Sollte der 32-jährige eines Tages Kinder haben, dann würde er ihnen eigene Legos kaufen. «Meine Legos, das sind Sammlerobjekte und nicht zum Spielen geeignet», sagt er.

Wie viele Steine es sind, kann er nicht sagen. Das ungefähre Gewicht hingegen schon: 1,6 Tonnen, verteilt auf einen 120-Quadratmeter-Dachstock, sein «Legozimmer». Einige davon werden auch an der Muba vertreten sein, Sein Verein ist mit drei Gemeinschaftsprojekten vertreten, eines davon ist eine grosse Mittelalterlandschaft. Noch nicht fertig, obwohl Kunz bereits vor zehn Jahren damit begonnen hat, ist sein Paradeprojekt, ein Nachbau des Kugelraumschiffs aus der Science-Fiction-Serie Perry Rhodan.

Im Bezug auf die ausgestellten Figuren aus England ist Kunz hingegen kritisch. «Diese Figuren sind teilweise geleimt – ein absolutes No-Go für Legofans», sagt er. Auch Baupläne am Computer zu erstellen oder spezielle Legoteile vom 3D-Drucker anfertigen zu lassen, weiche vom eigentlichen Prinzip ab. «Das schöne an Lego ist: Es gibt genügend Formen, um alle möglichen Probleme zu lösen und ist gleichzeitig simpel genug, um ganze Generationen zu begeistern.»