Corona

Beispiel aus Zürich macht dem Prattler Autokino Hoffnung

Im Auto sitzen und «The Big Lebowski» schauen: Im vergangenen Jahr ging das noch. Ob es auch im Juli klappt, ist unklar.

Im Auto sitzen und «The Big Lebowski» schauen: Im vergangenen Jahr ging das noch. Ob es auch im Juli klappt, ist unklar.

Ein Autokino als Schutzkonzept? Filmemacher Giacun Caduff hat schon mit dem Ticketverkauf begonnen. obwohl er nicht weiss, ob das Kino im Juli stattfinden kann.

Er sei «einigermassen optimistisch», meinte Autokino-Organisator Giacun Caduff noch vor Monatsfrist zur bz. Heute tönt es schon viel besser. «Klar, ich bin immer optimistisch.» Dazu hat der passionierte Filmemacher auch allen Grund, obwohl vom Bundesrat noch keine neuen Lockerungen für Veranstaltungen dieser Grösse in Aussicht gestellt wurden und diese zum jetzigen Zeitpunkt noch verboten sind.

Grössere Anlässe sollen nicht per se verboten sein

Doch der bereits gestartete Ticketverkauf, den Caduff auch als Test sieht, ob das Autokino überhaupt gewünscht wird, ist gut angelaufen. Gut 30 Prozent der Tickets für die acht Filmabende wurden bereits verkauft, obwohl noch nicht klar ist, ob das Autokino stattfinden kann. Caduff kommuniziert offen, dass bei einem Ausfall fünf Franken Stornierungsgebühren anfallen.

Für den zweiten Grund, warum Giacun Caduff voller Hoffnung nach vorne blickt, ist die Baselbieter SP-Nationalrätin (SP) verantwortlich. 

Sie hat in Bundesbern Druck gemacht, dass es für kulturelle Anlässe, welche die Schutzmassnahmen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) einhalten können, Sonderbewilligungen geben soll. Grössere Anlässe sollen nicht mehr kategorisch verboten sein. Marti hofft, dass es der Bundesrat nach seiner Sitzung am 27. Mai den Kantonen überlässt, welche Anlässe bewilligt werden sollen. Sie hält sich betreffend der Gespräche zwar bedeckt, meint aber: «Ich bin vorsichtig optimistisch, dass das Autokino stattfinden kann.»

Ähnliche Forderungen wie Marti hat die Basler Basta-Nationalrätin Sibel Arslan in einer Motion verfasst. Bis eine solche bearbeitet und umgesetzt wird, dauert es für gewöhnlich länger. Die Veranstalter von Anlässen im Sommer brauchen aber möglichst bald Gewissheit, ob sie weiter planen können oder ihre Anlässe absagen, respektive verschieben müssen. Für den Fall, dass die Kantone und Gemeinden mehr Entscheidungskompetenzen erhalten, hat sich Caduff bereits mit Esther Roth, Leiterin Kulturelles beim Kanton, sowie den Prattler Behörden ausgetauscht.

19-Jähriger legt in Dietlikon Schutzkonzept vor

Autos als improvisierte Zuschauertribüne könnten eine von vielen Lösungen für Veranstalter in Coronazeiten sein. Giacun Caduff ist überzeugt: «Ob die Leute jetzt zu Hause zusammen auf dem Sofa einen Film schauen oder in einem Auto, macht aus Gesundheitssicht keinen Unterschied.»
Auch Speis und Trank könnten im Autokino BAG-konform angeboten werden. Dass dies funktionieren kann, zeigt ein 19-Jähriger in Dietlikon, der für sein kleines Autokino, das Donnerstag startet, von den lokalen Behörden dank einem Schutzkonzept eine Bewilligung erhalten hat. Caduff schaute persönlich vorbei und ist nun optimistischer denn je: «Es funktioniert!»

Meistgesehen

Artboard 1