Hooligan-Konkordat
Vorlage abgelehnt: Hooligan-Konkordat hat im Baselbiet keine Chance

Das Hooligan-Konkordat dürfte wie in Basel-Stadt auch in Baselland keine Chance haben: Die Justiz- und Sicherheitskommission des Baselbieter Landrates ist nicht auf die Vorlage eingetreten. Stattdessen will sie Punkte im kantonalen Recht regeln.

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Das Hooligan-Konkordat scheint auch im Baselbiet keine Chance zu haben.

Das Hooligan-Konkordat scheint auch im Baselbiet keine Chance zu haben.

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Das umstrittene Hooligan-Konkordat dürfte wie in Basel-Stadt auch in Baselland keine Chance haben: Die Justiz- und Sicherheitskommission (JSK) des Baselbieter Landrates ist nicht auf die Vorlage eingetreten. Stattdessen will sie manche Punkte im kantonalen Recht regeln.

Die JSK sprach sich für die Beibehaltung des bestehenden Hooligan-Konkordates von 2010 aus, wie sie am Mittwochnachmittag mitteilte. Als notwendig betrachtet sie indes eine einheitliche Regelung der Bewilligungspflicht bei Grossanlässen. Dazu will sie dem Parlament eine Gesetzesänderung per Motion beantragen.

Die JSK verweist auf die Erfolge der diversen «präventiven Bestrebungen» wie etwa der Fanpolitik in der Region Basel, des Engagements des FC Basel und des Sicherheitskonzeptes im Stadion St.Jakob-Park. An Sportveranstaltungen sei heute so tendenziell weniger Gewalt zu verzeichnen.

Zudem müsse das Konkordat nicht schon nach vier Jahren verschärft werden, argumentiert die Baselbieter Kommission. Die Neuerungen gingen zudem teils zu weit und einige würden rechtsstaatliche Fragen aufwerfen. - Ähnlich hatte sich vor zwei Wochen schon die baselstädtische Parlamentskommission bei ihrem Ablehnungsantrag geäussert.

Die JSK sprach sich nun für ein koordiniertes Vorgehen der beiden Basel aus: Es bestehe die «Chance für eine einheitliche Regelung für den Raum Basel».

Manche Neuerung in Basel schon Praxis

Kernstück des verschärften Konkordats ist eine Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der höchsten Spielklasse - dies gilt in Basel-Stadt schon. Die Gemeinden können die Spielbewilligung mit Auflagen versehen wie die Anreise per Kombiticket und ein Alkoholverbot im Stadion. Auch letzteres kennt Basel teils schon.

Das verschärfte Hooligan-Konkordat ist heftig umstritten. Mehrere Kantonsparlamente haben es angenommen, zuletzt jene von Solothurn, Wallis und Jura. In Bern haben die Stimmberechtigten das letzte Wort; in Zürich ist das Konkordat an der Urne gutgeheissen worden.

Das Überparteiliche Komitee beider Basel gegen die Verschärfung des Hooligan-Konkordats begrüsst den Entscheid der Baselbieter Justiz- und Sicherheitskommission (JSK), nicht auf das verschärfte Konkordat einzutreten. Die JSK setzt damit ein klares und starkes Zeichen für die Weiterbeschreitung des «Basler Wegs», der einen pragmatischen Umgang mit Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen unter Einbezug aller Beteiligten vorsieht.

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