Prestigeträchtiger Neubau
Sek Laufen: Nach dem Baustopp steht die Eröffnung des 40-Millionen-Projekts an

Die neue Sekundarschule Laufental verursachte Negativschlagzeilen. Der Kanton Baselland hatte einen Baustopp verhängt. Seit der Wiederaufnahme der Arbeiten müssen einige von der Steiner AG verursachte Bauschäden behoben werden. Nun erscheint Licht am Ende des Tunnels.

Dimitri Hofer
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Die neue Sekundarschule Laufen befindet sich noch im Umbau. (13.11.2020)

Die neue Sekundarschule Laufen befindet sich noch im Umbau. (13.11.2020)

Kenneth Nars

Der prestigeträchtige Neubau des Kantons Baselland in Laufen stand unter einem schlechten Stern. Die Geschichte des 2014 vorgestellten Siegerprojekts eines Zürcher Architekturbüros für die Sekundarschule Laufental war geprägt von Misstönen. Anwohner beschwerten sich über den Baustellenlärm und Verschmutzungen an ihren Häusern. Im Frühling kam es zu einem sofortigen Baustopp auf der Grossbaustelle. Jetzt steht aber bald die Eröffnung des 40-Millionen-Projekts an. Die Aufarbeitung der Ereignisse sorgt derweil erneut für Kritik.

Eigentlich sollte die Übergabe an den Bauherrn, den Kanton Baselland, in diesem Sommer stattfinden. Im Mai sah sich der Kanton jedoch zu einem ungewöhnlichen Schritt veranlasst: Er setzte die in Laufen tätige Generalunternehmerin Steiner AG ab. Diese sei, so teilte der Kanton damals mit, ihren vertraglichen Pflichten nicht nachgekommen und habe mehrfach angesetzte Fristen ungenutzt verstreichen lassen. Nach einem Baustopp nahmen Drittfirmen die Bauarbeiten wieder auf. Auf eine andere Generalunternehmerin verzichtete man. Das neue charakteristische Gebäude mit dem gezackten Scheddach befindet sich neben der alten Sek, die nach dem Umzug abgerissen wird.

Im Januar 2021 kann der Unterricht beginnen

Mittlerweile sind die Bauarbeiten an der Laufner Brislachstrasse weit fortgeschritten. «Der Neubau des Schulhauses befindet sich nun in der Endphase der Fertigstellung mit der Möblierung und Beschriftung», schreibt Catia Allemann, Mediensprecherin der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion, auf Anfrage.

Die Arbeiten seien vom Hochbauamt mit einem grossen Teil der ursprünglich von der Generalunternehmerin vor Ort beschäftigten Unternehmungen weitergeführt geworden. Bei den Arbeiten habe es sich vornehmlich um alle Ausbaugewerke und die Fertigstellung der Gebäudehülle sowie die Umgebungsarbeiten gehandelt. «Die Hauswirtschaftsräume sind bereits in Betrieb, die restlichen Räume werden auf Schulbeginn im Januar 2021 zur Verfügung stehen.» Die 215 Jugendlichen, welche die derzeit zwölf Klassen der Sek in Laufen besuchen, können dann ins neue Schulhaus umziehen.

Der vom Kanton Baselland verhängte Baustopp dauerte von Mitte Mai bis Ende Juni. Seit der Wiederaufnahme der Arbeiten müssen einige von der Steiner AG verursachte Bauschäden behoben werden. Die Generalunternehmerin schuldet dem Kanton eine kumulierte Konventionalstrafe. So wurden etwa Termine nicht eingehalten. «Bei den Baumängeln in Laufen handelt sich um diverse Umsetzungs- und Ausführungsfehler», erklärt Allemann. Zu den Mehrkosten, die dem Kanton durch die Verzögerungen entstanden sind, kann sie noch keine Auskunft geben. «Eine Angabe ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich, da die Arbeiten noch nicht abgeschlossen und die Schlussrechnungen der Unternehmer noch nicht da sind. Es handelt sich um ein laufendes Verfahren.»

Bisher gute Erfahrungen mit Generalunternehmungen

In Laufen freut man sich auf die Eröffnung des Schulhauses. «Es ist jedoch wichtig, dass der Kanton Lehren aus den Ereignissen zieht», findet der Laufner SP-Landrat Linard Candreia. Der pensionierte Seklehrer reichte, wie auch FDP-Landrat Rolf Blatter, eine Interpellation zum Thema ein. Die Antworten der Regierung stellen Candreia nur teilweise zufrieden. «Ich hätte mir eine Liste der Chancen und Risiken gewünscht, die eine Vergabe von Arbeiten an Generalunternehmungen mit sich bringen», sagt er. Der Regierungsrat schreibt in den Antworten, dass man wenige Hochbauprojekte mit dem Generalunternehmer-Modell abgewickelt habe. Die Neubauten der Fachhochschule Nordwestschweiz in Muttenz und der Sekundarschule Tannenbrunn in Sissach hätten innerhalb des gesetzten Kostenrahmens und fristgerecht in Betrieb genommen werden können. Im Laufental musste der Kanton für einmal andere Erfahrungen machen.