Schwimmbad
Notruf aus der Waldenburger Badi weil Badegäste fehlen

Wenn ein Schwimmbad jetzt nicht voll ist, wann dann? Das fragt sich auch der Bademeister des ziemlich verwaisten Waldenburger Schwimmbads, Markus Fahrni, und sandte einen Notruf. Gestern tummelten sich nur knapp 100 Badegäste in Waldenburg.

Andreas Hirsbrunner
Drucken
Teilen
Das Waldenburger Schwimmbad war gestern bei idealen Bedingungen ziemlich leer; die Anwesenden genossen es.

Das Waldenburger Schwimmbad war gestern bei idealen Bedingungen ziemlich leer; die Anwesenden genossen es.

Andreas Hirsbrunner

Bei einem Augenschein gestern Nachmittag hielten sich tatsächlich nur knapp 100 Badegäste in der vielfältigen Anlage mit zwei Schwimmbecken, grosszügigen Liegewiesen, Spielplatz, Pingpong-Tisch, Beachvolleyball- und Fussballfeld auf. Und ein enttäuschter Fahrni meinte: «Das ist niederschmetternd. Normalerweise sind es an einem so schönen Tag unter der Woche 250 bis 300 Personen.»

Über Belchen in Badi geschickt

Fahrni hat eine Erklärung für die Baisse: die Baustelle mitten in Waldenburg, die das Stedtli für den Durchgangsverkehr noch bis zum 16. August unpassierbar macht. Für Anwohner und den öffentlichen Verkehr ist aber der parallel zur geschlossenen Hauptstrasse verlaufende Adelberg im Einbahnsystem geöffnet.

Und zu diesen Anwohnern zählt das bei der Sanierung der Hauptstrasse federführende Baselbieter Tiefbauamt explizit auch die Waldenburger Gewerbetreibenden sowie die Gäste des Schwimmbads, auch wenn sie nicht in Waldenburg wohnen, wie Bauleiterin Regina Wenk bestätigt. Der Verkehrsdienst sei entsprechend instruiert worden. Allerdings, so Wenk weiter, müsse bei der Durchfahrt mit Wartezeiten von bis zu einer viertel Stunde gerechnet werden, weil der öffentliche Verkehr Priorität habe.

So weit so gut. Doch Fahrni hört von seinen Badegästen anderes. Er, der ansonsten die Gemütlichkeit in Person zu sein scheint, berichtet enerviert: «Erst am Sonntag haben mir Leute aus dem Waldenburgertal erzählt, dass der Verkehrsdienst sie nicht durchgelassen hat und sie den Umweg über den Belchen ins Schwimmbad haben nehmen müssen.»

Die Verunsicherung im Tal sei gross, was jetzt gelte. Deshalb blieben viele Badegäste aus dem Einzugsgebiet des einzigen Schwimmbads zwischen Liestal und Balsthal aus. Zu diesem Einzugsgebiet zählt Fahrni die Region zwischen Hölstein und Langenbruck.

Wenk will das Ganze an der wöchentlichen Baustellensitzung aufs Tapet bringen, zeigt aber auch ein gewisses Verständnis für den Verkehrsdienst: «Es ist perfid, was sich die Leute alles einfallen lassen, damit sie durch Waldenburg fahren können.»

Eine mögliche Lösung wäre vielleicht, dass künftig Schwimmbad-Besucher dem Verkehrsdienst ihre Badeutensilien als Beweis vorlegen. Bemerkenswertes Detail dazu am Rande: Der Verkehrsdienst fragte gestern jeden anstehenden Automobilisten, wohin er wolle. Nur das mit «Basellandschaftliche Zeitung» beschriftete Auto übersah er grosszügig.

Zurück zum Schwimmbad: Bademeister Fahrni klagt nicht nur, sondern sucht auch nach innovativen Auswegen. So bot er über das vergangene Wochenende ein Camping im Schwimmbad an. Doch niemand meldete sich an. Jetzt versucht er zusammen mit Kioskleiterin Eva Abt eine neue Aktion: An jedem schönen Sonntagmorgen gibt es ab sofort von neun bis zwölf Uhr einen Brunch à discrétion für 15 Franken (Kinder die Hälfte).

Und auch speziell: Die Wassertemperatur des Waldenburger Schwimmbads bewegt sich im Normalfall zwischen 25 und 27 Grad. Darunter wird erwärmt, darüber mit frischem Quellwasser gekühlt.

Aktuelle Nachrichten