Stellenwechsel
Neuer Job für Erste Staatsanwältin: Angela Weirich wird Generalsekretärin der Baselbieter Sicherheitsdirektion

Überraschender Stellenwechsel innerhalb der Baselbieter Verwaltung: Die Erste Staatsanwältin Angela Weirich wird per 1. Juli 2021 neue Generalsekretärin in der Sicherheitsdirektion. Sie folgt auf Stephan Mathis, der nach 42-jähriger Tätigkeit aus dem Kantonsdienst austritt und sich selbstständig macht.

Bojan Stula
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Angela Weirich wird neue Generalsekretärin der Baselbieter Sicherheitsdirektion.

Angela Weirich wird neue Generalsekretärin der Baselbieter Sicherheitsdirektion.

Kanton Basel-Landschaft

Der Wechsel der Ersten Staatsanwältin Angela Weirich ins Generalsekretariat der Baselbieter Sicherheitsdirektion kommt einem Paukenschlag gleich. Weirichs jetzige Stelle soll in den kommenden Wochen öffentlich ausgeschrieben werden, wie die Baselbieter Regierung am Dienstag mitteilte. Bei einer internen Stellenbesetzung hätte wohl Weirichs Stellvertreter János Fábián, der Leiter der Hauptabteilung für Wirtschaftskriminalität, die besten Karten.

Die 55-jährige parteilose Reinacherin wird damit zur engsten Mitarbeiterin von SP-Sicherheitsdirektorin Kathrin Schweizer. Angela Weirich schloss ihr Jus-Studium an der Universität Basel 1990 mit dem Lizentiat ab. Anfang 2011 übernahm sie die Leitung der Baselbieter Staatsanwaltschaft und setzte eine umfassende Reorganisation ihrer Behörde um, an deren Planung sie bereits als Liestaler Statthalterin beteiligt gewesen war. Der Umzug ins neue Strafjustizzentrum im Muttenz und der dortige Zusammenzug mehrerer Abteilungen im Mai 2014 setzte den nach aussen hin sichtbaren Markstein der Reform.

Jahrelange Kritik und Vorwürfe

Trotzdem stand Weirich jahrelang wegen der Umsetzung der neuen Strafprozessordnung in der Kritik. Ihre zweimalige Wiederwahl im Landrat schaffte sie jeweils nur mit mässigen Resultaten und gegen den lautstarken Widerstand der SVP-Fraktion. Hier wirkte sich für sie nachteilig aus, dass sie als Parteilose über keine eigene politische Hausmacht im Parlament verfügte.

Die Missstimmung nährten die teilweise harschen Beurteilungen der mit der Aufsicht über die Staatsanwaltschaft beauftragten Fachkommission. Diese bemängelte in ihren Jahresberichten etwa einen laxen Umgang mit Kriminaltouristen oder eine personelle Überdotierung der Behörde.

Ein Dauerbrenner war auch der Vorwurf, Weirich würde zu wenige wichtige Fälle selber vor Gericht vertreten. Der zeitweise persönlich gefärbte Konflikt endete vor drei Jahren mit dem kollektiven Rücktritt des Aufsichtsgremiums, während die Erste Staatsanwältin angesichts der massiven Kritik viel Stehvermögen und Nehmerqualitäten bewies. Von der neu zusammengesetzten Fachkommission erhielt Weirich dann im jüngsten Jahresbericht eine gute Beurteilung.

Kathrin Schweizer ist von ihrer Wahl überzeugt

«Angela Weirich ist eine hoch kompetente, überaus engagierte Juristin, die mit der Baselbieter Verwaltung vertraut ist.» So begründet Sicherheitsdirektorin Kathrin Schweizer ihre Wahl aus rund 30 «sehr guten Bewerbungen». Ausserdem verstehe sie sich auf zwischenmenschlicher Ebene ausgezeichnet mit Weirich: «Sie hat es geschafft, nach turbulenten Jahren die Staatsanwaltschaft in ruhigere Gewässer zu führen. Ihre Nachfolge wird eine gute aufgestellte Behörde übernehmen.»

Weirich betont ihrerseits, dass sie den Stellenwechsel angesichts der gut funktionierenden Staatsanwaltschaft nicht aktiv gesucht habe. Dann sei sie aber über die Stellenausschreibung für Stephan Mathis' Nachfolge gestolpert: «Es gibt nicht viele andere Aufgaben, die mich reizen würden. Aber diese war eine.» Im neuen Job freue sie sich insbesondere auf das wesentlich breitere juristische Betätigungsfeld im Vergleich zur Strafverfolgung in der Staatsanwaltschaft.