Gesundheitszentrum
Kommt die Laufner Notfallstation ins Einkaufscenter?

Das neue Laufner Gesundheitszentrum wird 2022 in die Nähe des Bahnhofs ziehen. Wahrscheinlicher Standort ist das Birs Center.

Dimitri Hofer
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Im Laufner Birs Center wäre das Gesundheitszentrum an einer sehr zentralen Lage.

Im Laufner Birs Center wäre das Gesundheitszentrum an einer sehr zentralen Lage.

Juri Junkov

Ein Spital mit stationärem Angebot und Rehabilitation gibt es in Laufen seit einigen Monaten nicht mehr. Das Gesundheitszentrum, das auf das Krankenhaus folgen wird, existiert aber auch noch nicht. Wer sich derzeit im Städtchen an der Birs behandeln lassen möchte, muss dafür in die alten Spitalräumlichkeiten an der Lochbruggstrasse. Die Gesundheitsversorgung im Laufental ist mitten in einem Transformationsprozess.

«Ambulantes Zentrum Laufen des Kantonsspitals Baselland» lautet der erste Treffer, wenn man bei Google nach dem Laufner Spital sucht. Nach dem Abzug aller stationären Leistungen aus dem Spital, ist das Krankenhaus aus dem Jahr 1953 nun definitiv Geschichte. Im aktuellen Jahr befindet sich die Einrichtung in einem Übergang zwischen Spital und Gesundheitszentrum.

Zum Angebot gehört Medizindiagnostik wie Ultraschall und Radiologie. Auch werden Sprechstunden, Therapien und Beratungen durchgeführt. Das Zentrum verfügt über einen 24-Stunden-Notfall, dessen Defizit der Kanton Baselland für vier Jahre übernimmt. Die Klinik für Schmerztherapie wird im ersten Halbjahr ans Bruderholz umziehen.

KSBL und Medbase stellen das Angebot zusammen

Der Dienstleistungsanbieter Medbase, mit dem das Kantonsspital Baselland (KSBL) das Gesundheitszentrum dereinst betreiben wird, ist bisher noch nicht involviert. Derzeit sei man dabei, mit dem KSBL das Angebotsportfolio auszuarbeiten, erklärt Cornelia Bachmann, Kommunikationsverantwortliche bei der Medbase-Gruppe. Andernorts bietet Medbase zahlreiche medizinische und therapeutische Leistungen an. Dazu zählen Chiropraktik, Urologie und Telemedizin.

In Laufen erhoffe sich Medbase «eine integrierte medizinische Versorgung der Region Laufental mit einem starken Klinikpartner, unter Einbezug der niedergelassenen Arztpraxen». Wie das genaue Angebot am Gesundheitszentrum aussieht, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Ein Umzug des Zentrums ins Birs Center liegt nahe

Im alten Spital bleibt das ambulante Zentrum rund ein Jahr. Die Eröffnung des Gesundheitszentrums gemeinsam mit Medbase sei Anfang 2022 geplant, sagt Anita Kuoni, Mediensprecherin des KSBL. Damit findet der Umzug zwei Jahre früher statt, als dies noch im Herbst 2019 vorgesehen war. «Der Standortentscheid kann bald kommuniziert werden», so Kuoni. Wie diese Zeitung von mehreren Personen aus dem Umfeld des Spitals erfahren hat, ist ein Umzug ins Birs Center wahrscheinlich.

Das Einkaufscenter befindet sich an zentraler Lage gegenüber des Bahnhofs, und verfügt über freie Flächen. Mit dem Auszug der Filiale der Eidgenössischen Gesundheitskasse (EGK), die in den Neubau der Laufner Krankenkasse verschoben wird, werden bald weitere Räume frei. KSBL-Sprecherin Kuoni wollte zum möglichen Umzug ins Birs Center keine Stellung nehmen.

Gut möglich, dass das Gesundheitszentrum provisorisch in eine bestehende Liegenschaft einzieht und danach in einen Neubau umziehen wird. Der frühere KSBL-Direktor Jürg Aebi brachte für einen solchen einst an einer Info-Veranstaltung in Laufen eine Brache hinter dem Laufner Coop ins Spiel, die sich im Eigentum des Kantons befindet. Wie Recherchen der bz zeigten, weilte der weltbekannte Architekt Daniel Libeskind im Sommer 2019 in Zusammenhang mit dem Bau eines Wohn- und Geschäftshauses hinter dem Coop in Laufen.

Wo immer das Gesundheitszentrum auch hinkommt: «Ich erwarte eine qualitativ hohe Gesundheitsversorgung für das ganze Laufental und den Thierstein», sagt der Laufner Stadtpräsident Pascal Bolliger (FDP). So, wie dies auch kommuniziert worden sei.

Kämpfer fürs Spital prüfen neue Klage

Gegen die Schliessung des Spitals Laufen formierte sich Widerstand. Der Verein Pro Spital Laufen sieht den Laufental-Vertrag verletzt. Elf Personen reichten beim Baselbieter Kantonsgericht eine Beschwerde gegen das Dekret zur Umwandlung in ein Gesundheitszentrum ein. Dieses war vom Landrat im November genehmigt worden. «Derzeit wird die Begründung von unseren Anwälten vorbereitet», schreibt Vereinspräsident Simon Felix auf Anfrage.

Weiter prüfe man, ob eine verwaltungsgerichtliche Klage eingereicht werden soll. Hier erhoffe sich der Verein eine aussergerichtliche Einigung. Trotz des Gegenwinds findet KSBL-Sprecherin Anita Kuoni: «Ein Grossteil der Laufentaler beharrt nicht auf dem stationären Angebot, sondern will sicher sein, dass das ambulante Angebot breit gefasst ist und, falls eine stationäre Behandlung notwendig würde, diese dann schnell organisiert ist.» (hof)