Kommentar
Brückenbauer Weber verzichtet auf seine Wiederwahl – der konsequente Entscheid nach einer guten Amtszeit

Der Baselbieter SVP-Regierungsrat zeigt sich unbeeindruckt vom äusseren Druck seiner Partei, die ihn zum Weitermachen bewegen wollte. Was bezeichnend für seine gesamte Amtszeit ist.

Bojan Stula
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Die konstruktive und enge Zusammenarbeit mit dem Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger nach der Aufregung um die Fusionsabstimmung (links) ist eine der grossen Errungenschaften und Merkmale von Thomas Webers Regierungszeit.

Die konstruktive und enge Zusammenarbeit mit dem Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger nach der Aufregung um die Fusionsabstimmung (links) ist eine der grossen Errungenschaften und Merkmale von Thomas Webers Regierungszeit.

Roland Schmid

Bis zum Schluss bleibt der Baselbieter Regierungsrat Thomas Weber seinem bedachten und geradlinigen Stil treu: Vor äusserem Druck knickt er nicht ein und kündigt in zwei schlichten Sätzen seinen Wiederwahlverzicht an. So vermeidet der Oberbaselbieter SVP-Politiker denselben Fehler von Vorgängern wie Adrian Ballmer und Sabine Pegoraro mit der berüchtigten «einen Amtsperiode zu viel».

Das rundet das Bild einer gelungenen Amtszeit ab: Der SVP-Politiker wird nach seinem überraschenden Wahlsieg 2013 als ein guter Regierungsrat in die Baselbieter Kantonsgeschichte eingehen, obschon er in seiner Direktion – was zuerst als Widerspruch erscheint – keine spektakulären Erfolge feiern konnte und mit der Schwarzarbeitsaffäre einen jahrelangen Klotz am Bein mitschleppte.

Sein mit Abstand wichtigstes Dossier, die Spitalfusion mit Basel-Stadt, ging an der Urne wegen des Basler Neins verloren; wobei Weber für sich beanspruchen konnte, das Baselbieter Volk für die Zusammenlegung der beiden Grossspitäler überzeugt zu haben.

Aber es war sein offenes, bodenständiges Wesen und Charakter als Teamplayer, der ihn beim Volk so beliebt und im Regierungskollegium unverzichtbar machte. Zuletzt stellte er nach Ausbruch der Coronapandemie seine Qualitäten als Krisenmanager unter Beweis, wobei ihm die Konstellation der von ihm geführten gemeinsamen Gesundheits- und Volkswirtschaftsdirektion für die Wahrung der Verhältnismässigkeit und des Gesamtblicks verhalf.

Nach dem Schiffbruch der Kantonsfusion und dem SVP-Erdrutsch-Wahlsieg 2015 wären andere grossspurig aufgetreten. Er hingegen stellte nach der jahrelangen Eiszeit zwischen den beiden Basler Gesundheitsdirektionen die Partnerschaft mit der Stadt auf eine völlig neue, konstruktive Basis. Genau an daran wird seine Nachfolge gemessen werden.

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