Grossprojekt
Auf Prattler Chemieareal kommen 400 Wohnungen und 500 Arbeitsplätze: Hiag stellt Pläne für altes Rohner-Areal vor

Das Areal der ehemaligen Chemiefabrik Rohner in Nähe des Prattler Bahnhofs wird von der Basler Immobiliengesellschaft Hiag aufwendig transformiert. Das Siegerprojekt eines ersten Studienauftrags bietet Platz für bis zu 400 Wohnungen sowie Gewerbe- und Bürobauten für 500 Arbeitsplätze. Der Entwurf wird nun konkretisiert.

Michael Nittnaus
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Ein Bild aus alten Tagen: Die meisten der Gebäude der alten Rohner Chem in Pratteln wurden bereits abgerissen. Hier soll ein komplett neuer Ortsteil entstehen.

Ein Bild aus alten Tagen: Die meisten der Gebäude der alten Rohner Chem in Pratteln wurden bereits abgerissen. Hier soll ein komplett neuer Ortsteil entstehen.

Archivbild: Nicole Nars-Zimmer (23.9.2019)

Chemie war gestern: Die Hiag AG als Arealbesitzerin hält ihr Versprechen und wandelt das 30'000 Quadratmeter grosse Grundstück an der Prattler Güterstrasse direkt in Bahnhofsnähe in ein Wohn- und Gewerbegebiet um. Heute Donnerstag stellte die Basler Immobiliengesellschaft erste Pläne den Medien vor.

Blick in den öffentlichen Grünraum.

Blick in den öffentlichen Grünraum.

zVg

Und diese Pläne sind ambitioniert: «Geplant ist ein gemischt genutzter Ortsteil mit bis zu 400 Wohnungen, Gewerbe- und Bürobauten für rund 500 Arbeitsplätze und grosszügigen öffentlichen Grün- und Freiräumen», schreibt Hiag in einer Mitteilung. Pratteln würde dadurch auf einen Schlag 1'000 neue Einwohner erhalten.

Auch Pratteln und Kanton stehen hinter dem Projekt

Das Projekt des Basler Büros «Buchner Bründler Architekten» sowie der «Berchtold.Lenzin Landschaftsarchitekten» ging siegreich aus einem ersten zweistufigen Studienauftrag der Hiag hervor, an dem acht Büros teilnahmen. Der Entwurf werde nun im Rahmen eines Richtprojektes präzisiert. Parallel dazu sucht Hiag noch nach einem einprägsamen Namen für das Areal, das zurzeit schlicht «Hiag Areal Pratteln» heisst.

Blick in die Werkgasse.

Blick in die Werkgasse.

zVg

Sowohl die Gemeinde Pratteln wie auch der Kanton Baselland nahmen an der Hiag-Videokonferenz teil und begrüssen in ersten Statements diese Entwicklung sehr. Der Prattler Gemeinderat Philipp Schoch hält fest:

«Wir freuen uns sehr darüber, dass wir uns dank dem Engagement der Hiag von einer Situation verabschieden können, welche für uns alle eine grosse Belastung war, und wir jetzt die Chance haben, dass an diesem Ort etwas Zukunftträchtiges entsteht.»

Mitte 2019 hatte die traditionsreiche Chemiefabrik Rohner AG Konkurs anmelden müssen. Zuletzt war sie negativ in die Schlagzeilen geraten als mutmassliche Verursacherin einer grossen Grundwasserverunreinigung, die Pratteln bis heute beschäftigt. Auch geriet die Geschäftsleitung der Firma in die Kritik, weil sich Lohnzahlungen und die Begleichung von Rechnungen immer wieder stark verzögerten.

Gesamtplan inkl. Verkehr.

Gesamtplan inkl. Verkehr.

zVg

Seit November 2020 ist das Areal chemiefrei, der Rückbau der Gebäude soll im September 2021 abgeschlossen sein.

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