Einwohnerrat
Das Feuerwerksverbot ist in Reinach ein Dauerbrenner

In Reinach reisst die Debatte um ein Feuerwerksverbot nicht ab. Ein Postulat fordert nun den Verzicht.

Casper Reimer
Drucken
Alternativen zum Feuerwerk am 1. August werden in Reinach nach einem entsprechendem Postulat geprüft. (Archivbild)

Alternativen zum Feuerwerk am 1. August werden in Reinach nach einem entsprechendem Postulat geprüft. (Archivbild)

Peter Siegrist

Bereits im Frühling hatte das Reinacher Ortsparlament über ein Feuerwerksverbot diskutiert – dies aus Rücksicht auf die traumatischen Erfahrungen ukrainischer Flüchtlinge. Das Postulat der Einwohnerrätin Farideh Egh­bali (Grüne) wurde von bürgerlicher wie auch von linker Seite verworfen. Bei den Sozialdemokraten erntete die Verknüpfung der Flüchtlingsthematik mit dem Feuerwerksverbot Kritik.

«Gemeinde sollte mit gutem Beispiel vorangehen»

Erfolgreicher erging es dem Postulat von SP-Einwohnerrätin Soraya Streib Ladner, das auch andere Parlamentarier aus dem Kreis der Sozialdemokraten unterzeichnet hatten und am Montag dem Gemeinderat zur Prüfung grossmehrheitlich überwiesen wurde. Demnach soll die Exekutive prüfen, ob es eine Alternative zum offiziellen Feuerwerk am Bundesfeiertag gäbe, denn:

«Die Umweltbelastung durch Feuerwerke ist immens und macht in der Schweiz rund zwei Prozent der Feinstaubbelastung aus. Dabei wird sie nur an zwei Tagen – am 1. August und an Silvester – ausgestossen.»

Dies schreibt die Postulantin, die selbst an diesem Abend nicht anwesend war.

Haus- und Wildtiere litten zudem stark unter der Lärmbelastung. «Die Gemeinde sollte mit gutem Beispiel vorangehen, auf Feuerwerk verzichten und die Bevölkerung sensibilisieren.» Streib Ladner wollte wissen, ob die Exekutive bereit sei, eine Sensibilisierungskampagne zu starten. Die zuständige Gemeinderätin Doris Vögeli (GLP) kündigte an:

«Der Gemeinderat wird sich mit diesem Postulat auseinandersetzen.»

Die laufende Unterschriftensammlung für eine Volksinitiative auf eidgenössischer Ebene zur Einschränkung von Feuerwerk habe dem Thema zusätzliche Aktualität verliehen. Sie sagte aber auch: «Im Bereich privater Verwendung von Feuerwerk ist unser Spielraum begrenzt.»

Generelles Verbot mit Aufwand verbunden

Kritische Worte kamen aus den Reihen der SVP. Einwohnerrat Adrian Billerbeck:

«Ich mahne zur Mässigung und Nachsicht, denn wir bewegen uns auf eine Verbotsgesellschaft zu.»

Das Bild einer Gesellschaft, in der sich Bürger, die sich beim Feuerwerkzünden ertappten, gegenseitig denunzieren, behage ihm nicht. Weiter sei es mit einem enormen Aufwand verbunden, ein generelles Verbot durchzusetzen.

Bei der Debatte im Frühling hatten sich auch vereinzelt Politiker von linker Seite gegen ein allgemeines Feuerwerksverbot gestellt, so etwa der zurückgetretene SP-Einwohnerrat Markus Maag. Auch aus der politischen Mitte zeigen sich gespaltene Meinungen. Das nun überwiesene Postulat wird in einer der kommenden Sitzungen weiter Anlass für Diskussionen bieten.