Denkmalschutz
Bijou aus den 1950er-Jahren teuer renoviert

Die Renovation des maroden Kiosk- und WC-Gebäudes beim Kraftwerk Birsfelden kostet 280'000 Franken. Beim Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes mussten zahlreiche Bauauflagen berücksichtigt werden.

Joël Hoffmann
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Ein Hingucker: Das Kioskhäuschen steht unter Denkmalschutz. Jho

Ein Hingucker: Das Kioskhäuschen steht unter Denkmalschutz. Jho

Frisch renoviert präsentiert sich der Kiosk an der Grenzacherstrasse. Das auffällige Häuschen auf der Höhe des Kraftwerks Birsfelden wurde hinsichtlich Energieeffizienz verbessert, bekam eine Wärmepumpe und eine behindertengängige Toilette, wobei ein Rollstuhl nur sehr knapp durch die enge Türe passt.

«Obwohl es nur ein kleines Gebäude ist, war der Aufwand sehr gross», sagt Johannes Bühler. Der Leiter Gebäudeunterhalt des Hochbauamtes und der zuständige Projektleiter Gustav Frei erklären, dass zwölf Handwerkerfirmen und ganze zehn Amtsstellen des Kantons am Umbau beteiligt waren. Frei: «Zehn Ämter sind zwar eine Menge, aber bei den vielen Bauauflagen ist das verständlich.»

Auch das Forstamt redete mit

So waren beispielsweise das Basler Forstamt und die Stadtgärtnerei am Projekt beteiligt. Denn: Das Rheinbord hinter dem Kiosk ist ein Naturschutzgebiet.

Das unscheinbare Kioskhäuschen, das in den späten 50er-Jahren von den Basler Architekten Peter Jost und Werner Meyer erbaut wurde, steht zudem unter Denkmalschutz. Dementsprechend sorgfältig musste das «Bau-Bijou», wie es Bühler liebevoll nennt, instand gestellt werden.

Er betont, wie schön das Gebäude die Architektur des Kraftwerks aufnimmt. Damit meint Bühler vor allem die drei Bullaugen. Aber auch die Art, wie sich die Betonverkleidung von der Rückseite schwungvoll übers Dach zieht, vermag ihn zu begeistern: «In der Architektur sind die 50er-Jahre wieder in.»

Weniger «hip» sind die hohen Ausgaben. Mit 280000 Franken hat die Renovation einen stolzen Preis. Frei: «Das scheint sehr viel Geld zu sein, doch seit den 50er-Jahren wurde nur das Nötigste repariert – das Gebäude war ziemlich marode.» Zudem seien die vandalensicheren WC-Anlagen und die einbruchsicheren Türen hohe Kostenstellen.

Neun Monate ohne WC ausgeharrt

Über die neuen Türen freut sich vor allem Kiosk-Mann Arap Kirlitas, da in der Vergangenheit mehrmals Diebe in den Familienbetrieb eingestiegen sind. Während der Umbauphase, die am 27. Oktober begann, verlegte Kirlitas seinen Kiosk in einen Container neben dem Häuschen. Am 27. April kehrte Kirlitas wieder zurück ins frisch renovierte Gebäude. Nur: «Die WCs waren vom 27. Oktober bis vor zwei Wochen nicht in Betrieb», sagt Kirlitas. Das sei etwas mühsam gewesen, aber sonst ist er zufrieden mit seinem neuen, alten Arbeitsplatz.

Weniger glücklich ist Kirlitas – der seit drei Jahren fast täglich im Kiosk steht – mit dem Geschäft: Vorwiegend Spaziergänger und Velofahrer machen bei ihm einen kleinen Boxenstopp. Doch wegen des eher kühlen, verregneten Sommerwetters erziele er spürbar weniger Umsatz. Kirlitas: «Wenn es heiss ist, dann habe ich deutlich mehr Kunden als jetzt.»

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