Sissach
Am Samstag wird die Kunschti endlich wieder geöffnet

Die Eishockeyaner und Eislaufbegeisterten können ab Samstag auf der Kunschti in Sissach wieder ihrer Leidenschaft frönen. Die Eistkunstbahn wurde wegen einem einsturzgefährdeten Dach für zwei Jahre geschlossen.

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Auf der Sissacher Kunschti zieht bald wieder Leben ein.

Auf der Sissacher Kunschti zieht bald wieder Leben ein.

niz

Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, damit die Kunsteisbahn in Sissach am kommenden Samstag um 12 Uhr ihre Tore nicht wieder öffnen kann. Das Holztragwerk des einsturzgefährdeten Dachs, das eine zweijährige Schliessung verursacht hat, ist mit Stahlzugbändern unterspannt worden. Damit ist die Tragsicherheit wieder gewährleistet.

«Am Samstag wird alles bereit sein. Momentan läuft es bestens», sagt Roland Wunderlin, Betriebsleiter und zuständig für die Technik. Mit einer Einschränkung. Kompressoren bereiten noch Probleme. Das sei auch in der Vergangenheit schon der Fall gewesen, und trotzdem habe man den Betrieb stets sicherstellen können. «Wir sind daran, die Probleme zu lösen», meint Wunderlin weiter. Heute Abend werden die Markierungen auf dem Eisfeld angebracht.

Eismeister im Dauereinsatz

Alle arbeiten auf Hochtouren. Die Eismeister Edgar Bischof und Mirco Sobisch wechseln sich gar im 24-Stunden-Betrieb ab. Auf das Duo wartet noch viel Arbeit; es wird das Möglichste tun, um perfektes Eis zu produzieren, damit die Kunschti ab Samstag für die Öffentlichkeit wieder täglich zugänglich ist. Samstags und sonntags ist das Eisfeld jeweils von 12 bis 16.30 Uhr geöffnet, an Wochentagen von 12 bis 16.45 Uhr.

Jean-Daniel Neuenschwander, der Präsident des EHC Zunzgen-Sissach (ZS) , ist erleichtert, dass sein Verein wieder daheim spielen kann. Und er glaubt, dass sich dadurch die Stimmung in der Mannschaft verbessern wird, nachdem diese in den vergangenen zwei Saisons im Exil unter erschwerten Bedingungen hat spielen und trainieren müssen. Neuenschwander hofft auch auf einen guten Start in die Meisterschaft. ZS hat noch fünf Mannschaften, die erste spielt in der 2. Liga. Die Saison beginnt am 11. Oktober beim EHC Laufen, das erste Heimspiel steigt am 15. Oktober gegen Meinisberg.

«Wir nehmen den Wiederaufbau in Angriff», sagt Neuenschwander. Sie müssten den Nachwuchs erhalten. Junge, die vor zwei Jahren abgesprungen seien, wieder zurückzuholen, werde schwierig. «Wenn es ihnen beim jetzigen Klub gefällt, kommen sie nicht wieder», macht sich der ZS-Präsident keine Illusionen. Gemäss Jean-Daniel Neuenschwander wird der EHC Zunzgen-Sissach eine Hockeyschule aufbauen. «Dieses Projekt ist unser grosses Ziel.»

Sehr froh, dass man wieder in Sissach spielen kann, ist auch der Präsident des Curling-Clubs Sissach, Hansjakob Speich. In den zwei vergangenen Wintern curlten die Sissacher ihre Steine vorwiegend in der Arlesheimer Curlinghalle. Dies aber nicht so häufig wie zuvor in Sissach. Deshalb seien die Mitgliederbeiträge reduziert worden, berichtet Speich. «Aber die Eismiete in Arlesheim hat die Finanzen unseres Clubs strapaziert.» Einige ihrer Mitglieder hätten in den letzten Saisons pausiert, sagt Hansjakob Speich. Aus unterschiedlichen Gründen, primär wegen der Distanz nach Arlesheim. Der Curling-Club Sissach zählt mehrere Dutzend Mitglieder.

Noch keine Einigung

Die Gefühlslage von Gemeindepräsident Peter Buser ist «gut». Er sei froh, dass es vorwärtsgehe. Der EHC Zunzgen-Sissach und der EHC Lausen könnten bezüglich Trainingszeiten aus dem Vollen schöpfen. «Die Auswahl ist noch grösser als zuvor, weil die Vereine weniger Mannschaften haben», meint Buser. Die beiden Eishockeyvereine fanden während der zweijährigen Schliessung der Sissacher Kunschti in Basel, Laufen, Rheinfelden und Olten Unterschlupf.

Wer für das marode Dach die Verantwortung tragen muss, ist nach wie vor offen. Laut Gemeindepräsident Buser ist der Sissacher Gemeinderat immer noch an einer aussergerichtlichen Einigung interessiert.

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