Nach seinem frühen Aus bei den Australian Open liess sich der serbische Tennis-Star Novak Djokovic Anfang Februar in der Rennbahnklinik am Ellbogen operieren.

Auf Instagram sprach der zwölfmalige Grand-Slam-Sieger von einem «kurzen, operativen» Eingriff. Die Rennbahnklinik wollte dennoch nichts dem Zufall überlassen.

Am Tag nach der OP trainierte Djokovic im Aescher Center Tennis an der Birs unter Beobachtung nicht nur seines Trainerstabs, sondern auch der Rennbahn-Verantwortlichen.

Es war keine zufällige Wahl. Im Verwaltungsrat der Rennbahnklinik sitzt der frühere FCB-Spieler Benjamin Huggel. Huggel arbeitet heute als Leiter Administration des Tenniscenters in Aesch und stellte Djokovic den Platz gratis zur Verfügung.

Ob Name Huggel dem fussballvernarrten Serben bereits vorher ein Begriff gewesen war, dazu wollte die FCB-Legende nichts sagen.

Djokovics neue Fans

Djokovic reiste nicht zum freien Training an die Birs. Das Ärzteteam der Rennbahnklinik wollte genau wissen, ob der operative Eingriff den gewünschten Erfolg gezeitigt hatte. Insgesamt richteten sie acht Infrarotkameras auf den Serben.

50 Marker wurden auf seinem halbnackten Körper platziert, damit Aufschläge und Grundschläge dreidimensional analysiert werden konnten. Die Analysen gaben Aufschluss über den Zustand des Ellbogens.

Normalerweise würden die Bewegungsanalysen in der Klinik durchgeführt, sagt Xaver Kälin, Leiter Funktionelle Diagnostik, Therapie & Prävention in der Rennbahnklinik. Für einen Mann dieses Formats und «wegen der hohen Anforderungen an eine realistische Testanordnung» habe man allerdings keinen Aufwand gescheut.

Drei Stunden trainierte Djokovic in diesem futuristisch anmutenden Setting. Danach der Befund: alles in Ordnung mit dem Ellbogen.

Ein paar neue Bewunderer in Roger Federers Stammlanden waren dem Serben auch gewiss.

«Er ist ein super Typ», sagt Kälin. «Sehr angenehm und nahbar.» Ein Stammgast des Tenniscenters staunte jedenfalls auch nicht schlecht.

«Als ich die Trainingseinheit Djokovics ankündigte, lachte er nur», sagt Huggel. Der habe es erst geglaubt, als Djokovic tatsächlich aufgetaucht sei.