Volleyball

Timo Lippuner: «Vom europäischen Niveau können wir nur profitieren»

Der 35-jährige Timo Lippuner trainiert Sm’Aesch-Pfeffingen seit gut zwei Jahren. Sein Vertrag läuft bis 2018.

Der 35-jährige Timo Lippuner trainiert Sm’Aesch-Pfeffingen seit gut zwei Jahren. Sein Vertrag läuft bis 2018.

Die Nationalliga-A-Volleyballerinnen von Sm’Aesch-Pfeffingen stehen in den Viertelfinals des europäischen Challenge Cups. Sie siegten im Rückspiel gegen Hapoel Kfar Saba (Isr) mit 3:1. Sm’Aesch-Trainer Timo Lippuner zum grössten Erfolg der bisherigen Vereinsgeschichte.

Wie hoch war Ihr Puls während der Schlussphase des Spiels?

Timo Lippuner: Sehr hoch. Im vierten und letzten Satz, den wir schliesslich 25:23 gewannen, war jeder Ballwechsel sehr umkämpft und jeder Ausgang möglich. Aber ich war schon nach dem dritten Satz sicher, als wir 2:1 geführt hatten, dass wir die Chance packen.

Wenn Ihnen zu Beginn der Saison jemand gesagt hätte, Sie würden mit Ihrem Team bis in die Viertelfinals des Challenge Cups vorstossen, was hätten Sie gesagt?

Das ist Wunschdenken; es ist mein Traum. Aufgrund meiner internationalen Erfahrung weiss ich natürlich, dass ein Weiterkommen auch von der Auslosung abhängig ist. Wir hatten zwar starke Gegner, aber die lagen in unserer Reichweite. Zum Glück haben wir nicht ein Team zugelost erhalten, das eine Liga höher spielt.

Die 900 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Löhrenackerhalle waren am Mittwochabend aus dem Häuschen. Kommt mit solchen Erfolgen auch das Publikum zahlreicher an die Spiele?

Das ist unsere grosse Hoffnung und auch das Wichtigste. Die Leute werden mitgerissen in einem Spiel, das knapp ausgeht. Das ist bei einem 3:0-Erfolg oder einer 0:3-Niederlage nicht der Fall. Am Mittwoch stand das Publikum während der letzten drei Punkte. In Aesch werden gute Leistungen mit hohem Publikumsaufmarsch honoriert, egal, um welche Plätze man spielt. Gerne kostet mir ein enges Spiel ein paar Nerven, wenn dann mehr Zuschauer kommen.

Kann Sm’Aesch-Pfeffingen diesen Schwung mit in die Meisterschaft nehmen?

Europacup und Meisterschaft sind zwei verschiedene Paar Schuhe. In der Nationalliga A läuft es uns auch sehr gut. Vom hohen europäischen Niveau können wir enorm profitieren, jedes Spiel bringt uns einen Schritt vorwärts. Der Viertelfinal fällt in den Playoff-Start. Dort wird sich zeigen, ob dieser Viertelfinal Fluch oder Segen ist.

Nächster Gegner im Challenge Cup ist Trabzon aus der Türkei. Kennen Sie dieses Team?

Nicht sehr gut. Ich kenne die türkischen Topteams, die vier Vereine aus Istanbul, relativ gut. Die türkische Liga kenne ich insgesamt schon, aber von Trabzon habe ich noch nicht viele Videos gesehen. Aber ich weiss, dass Trabzon sehr stark ist; es hat in der Meisterschaft gegen Champions-League-Sieger Eczacıbaşı Istanbul nur 2:3 verloren.

Wie sehen Sie die Chancen gegen Trabzon?

20:80, vier von fünf Spielen gewinnen die Türkinnen problemlos gegen uns.

Dafür kann Ihr Team ohne grosse Belastung antreten. Sie dürfen, müssen aber nicht gewinnen.

Ja, der Druck liegt beim Gegner. Aber dieser hat gezeigt, dass er damit gut umgehen kann. In diesem Challenge Cup haben die Türkinnen bisher bloss einen Satz verloren. Die Favoritenrolle ist klar verteilt, wir können nur profitieren.

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