Freilassungs-Forderung

Solidaritäts-Aktion vor dem Bundeshaus: Der Pratteler Musiker Yilmaz Celik sitzt in einem Hochsicherheits-Gefängnis in Ostanatolien

Sibel Arslan (Mitte) spricht auf dem Bundesplatz.

Sibel Arslan (Mitte) spricht auf dem Bundesplatz.

Yilmaz Celik ist Sänger. Vergangenen Dezember wurde er in seiner Heimatstadt in der Türkei wegen angeblicher politischer Agitation festgenommen. Eine Petition verlangt nun, dass das EDA eingreift. Es soll seine Bürger vor der Willkür der türkischen Behörden schützen.

Das Schicksal von Yilmaz Celik, der in der Türkei im Gefängnis sitzt, beschäftigt die Schweizer Politik. Am Montag übergab Sibel Arslan dem Eidgenössischen Departement für äussere Angelegenheiten (EDA) in Bern eine Petition. Die Basler Nationalrätin (Basta) wurde von vier Kunstschaffenden begleitet, die sich mit Celik solidarisch erklärten. Yilmaz Celik ist Sänger. Der Prattler wurde Anfang Dezember 2019 nach einem Konzert in seiner Heimatstadt Tunceli in der Osttürkei verhaftet, angeblich wegen politischer Agitation. Celik ist Alevite und gehört der kurdischen Bevölkerungsgruppe der Zaza an.

Die Petition verlangt vom Bund, dass er seine Bürger vor Willkür in der Türkei schützt. Die Unterzeichner stellen zwei Kernforderungen: Das EDA solle eine diplomatische Initiative zur Freilassung von Yilmaz Celik ergreifen und per Delegation den Strafprozess gegen den 50-Jährigen beobachten.

Das EDA soll in Ankara Protest einlegen

In einer Medienmitteilung der Petitionäre heisst es, Celik sei nicht der einzige Schweizer, der in der Türkei aus politischen Gründen festgehalten werde. Eine andere Person befinde sich ebenfalls in Haft, zwei weitere Schweizer dürften das Land nicht verlassen. Die Petitionäre rufen die türkische Regierung dazu auf, «politisch motivierte Verhaftungen und strafrechtliche Ermittlungen gegen Künstler zu stoppen». Vom EDA wird erwartet, dass es in Ankara wegen der Inhaftierungen Protest einlegt.

Bei der Aktion dabei waren auch Verwandte des Verhafteten. Sohn Asmen Celik wies darauf hin, dass sein Vater seinen türkischen Pass schon vor Jahren abgegeben habe und ausschliesslich Schweizer Staatsbürger sei. Die Angehörigen vermuten eine Verleumdung hinter der Verhaftung. Sein Vater sei nicht politisch aktiv, sagte Asmen Celik Ende 2019 zur bz. Jedoch sei es in der Türkei heutzutage bereits ein Risiko, in der Sprache der Zaza zu singen. Unter Präsident Recep Tayyip Erdogan wird die kurdische Kultur wieder stärker unterdrückt.

Asmen Celik konnte seinen Vater kurz vor Weihnachten besuchen. Er plant, die Reise bald zu wiederholen: Der Prozess ist für den 26. März angesetzt.

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