Zweiter Prozesstag

«Nicht zu verantworten»: Doppelmörder H.S. soll nie mehr freikommen

Am zweiten Prozesstag fordert die Staatsanwältin in einem fast zweistündigen Plädoyer lebenslänglich und die ordentliche Verwahrung von H.S.

Fast den gesamten Mittwochvormittag befragte das Baselbieter Strafgericht H.S. zur Tötung von I.K. Schon am Montag hatte der Doppelmörder von Hägendorf 1994 die zweieinhalb Jahre zurückliegende Tat gestanden. Detailliert schilderte H.S. die Vorgänge am Tag der Tat, dem 12. November 2015.

Dabei gab er vor, an jenem Tag beschlossen zu haben, sich das Leben zu nehmen. Zuvor wollte er aber seine Ex-Geliebte treffen, sie mit einer Champagnerflasche überraschen. In einer Aldi-Tasche führte er einen Feldstecher, Kabelbinder, zwei Tücher, zwei Messer, ein Beil und eine Buschschere mit. All diese Gegenstände seien Geschenke an I.K. gewesen. Gerichtspräsident Schröder sagte hierzu: «An einem Strafgericht sehen diese Gegenstände nicht gerade nach Gartenutensilien aus.» 

Staatsanwältin Corina Darms forderte in einem fast zweistündigen Plädoyer eine lebenslängliche Freiheitsstrafe und die ordentliche Verwahrung von H.S. «Die Wucht der Tat und die schweren Wunden lassen auf ein vorsätzliches Vergehen schliessen», sagte Darms. H.S. Erklärung, er habe beabsichtigt, sich das Leben zu nehmen, sei eine Schutzbehauptung.

Auch Psychiater Thorsten Spielmann hatte am Vortag gesagt: «Ich habe noch nie einen schwer suizidalen Menschen erlebt, der morgens noch seinen Wocheneinkauf gemacht und einen Job gesucht hat.» Darms attestierte dem Beschuldigten manipulatives Verhalten. Er habe nur eingestanden, was ihm nachgewiesen werden konnte. Gestützt auf das psychiatrische Gutachten, das H. S. keine erfolgsversprechenden Behandlungsperspektiven einräumt, sagte Darms: «Es ist nicht zu verantworten, ihn nach Verbüssung der Strafe zu entlassen.»

Neben lebenslänglicher Freiheitsstrafe fordert die Staatsanwaltschaft eine Verwahrung. Pflichtverteidiger Christoph Aeberli plädierte für eine Freiheitsstrafe von 12 Jahren. Es sei unfair, H.S. als untherapierbar einzustufen. Opfervertreter Christoph Dumartheray fordert für seinen Mandanten eine Genugtuung von 100'000 Franken. Dieser würde den Fall ans Bundesgericht weiterziehen, wenn die Tötung von I.K. nicht als Mord beurteilt würde.

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