Auf diese Nachricht haben rund 25'000 Baselbieterinnen und Baselbieter sehnlichst gewartet. Am Donnerstagnachmittag kam endlich die erhoffte Entwarnung. Nach einer Verseuchung mit Fäkalbakterien kann das Trinkwasser in Liestal sowie in den umliegenden Gemeinden Lausen, Arisdorf, Seltisberg, Lupsingen und Nuglar-St. Pantaleon wieder bedenkenlos und ohne Einschränkung genossen werden. Das teilte der Kantonale Krisenstab mit.

Und nun scheint auch mehr oder weniger klar zu sein, wie es zu der bereits am vergangenen Freitag entdeckten Verseuchung gekommen ist. Wie vermutet, ist es auf einer der vielen Baustellen in Liestal passiert.

«Der Ort konnte genau lokalisiert werden», bestätigt Rolf Wirz vom Kantonalen Krisenstab. Um welche Baustelle es sich handelt, will er nicht sagen. Klar jedoch ist, dass dort ein Leck an einer Abwasserleitung entstanden sein muss, wodurch Abwasser in die Baugrube gelangte.

Dumm gelaufen oder fahrlässig gehandelt?

In der Baugrube befand sich auch eine Trinkwasserleitung, die während der Arbeiten ausser Betrieb war. Damit stand sie auch nicht unter Druck. «Offensichtlich ist dabei Dreckwasser in die Leitung geraten», sagt Wirz. «Und als sie wieder in Betrieb genommen worden ist, haben sich die Kolibakterien im Leitungssystem ausgebreitet.»

Der genaue Ablauf werde nun aber noch im Detail geprüft. «Es geht darum, ob es einfach dumm gelaufen ist oder ob fahrlässig gehandelt worden ist», erklärt Wirz. «Letztlich geht es hier auch um Haftungsfragen.»

Fast eine Woche lang hatten die Bewohner der betroffenen Gemeinden ihr Leitungswasser zum Trinken und Kochen abkochen müssen. Babynahrung sollte man nur mit Mineralwasser zubereiten. Unbedenklich waren Geschirrspülen, Duschen und Zähneputzen. Zwischenzeitlich Abwesenden empfehlen die Behörden nun, alle ihre Trinkwasserleitungen gründlich durchzuspülen.

Erleichtert, dass nicht mehr Krankheitsfälle auftraten

Die Bevölkerung scheint sich an die Anweisungen der Behörden gehalten zu haben: Der Krisenstab zeigt sich jedenfalls «erleichtert», dass wegen der Trinkwasser-Keim-Thematik «in den Spitälern oder bei Ärzten keine Anstiege von Krankheitsfällen vermeldet» worden seien.
Am Montag hatte das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (ALV) in den Proben keine Kolibakterien mehr gefunden. Danach waren am Mittwoch – nach dem Ende der Chlorierung – entnommene Proben abgewartet worden. Auch diese sind sauber.

Das Amt attestiert jedenfalls der Stadt Liestal einen «jederzeit korrekten Betrieb der Trinkwasserversorgung sowie professionelle Abklärungen zur Identifikation der Ursache». Wegen der regen Bautätigkeit hat die Stadt systematisch Wasserproben genommen. «Nur so ist die Belastung überhaupt entdeckt worden», sagt Krisenstab-Sprecher Wirz. «Liestal hat sich hier sehr vorbildlich verhalten.»

Bereits am Montag waren das Grundwasser und die Wasser-Quellen als Ausgangspunkte der Verschmutzung ausgeschlossen worden. Die Stadt Liestal werde nach dem Abschluss ihrer weiteren Untersuchungen zur Ursache die Öffentlichkeit informieren, teilen die Kantonsbehörden mit.