Rennsport

Die Elite des Motocross misst sich im beschaulichen Roggenburg

Solche Seitenwagen kommen nach Roggenburg.

Solche Seitenwagen kommen nach Roggenburg.

Die Bevölkerungszahl der kleinen Gemeinde im Laufental schnellt für zwei Tage in die Höhe. Die Organisatoren des Traditionsevents erwarten alleine am Sonntag rund 6000 Besucher am Motocross-Event.

An den meisten Tagen des Jahres lassen sich die Bewohner von Roggenburg nicht hetzen. In der kleinen Gemeinde im Laufental herrscht Ruhe und Gemächlichkeit. Immer am letzten Wochenende des Augusts kehrt im beschaulichen Dörfchen aber die Geschwindigkeit ein. Seit mehr als vierzig Jahren werden hier bedeutende Motorradrennen durchgeführt. Hans Jacquemai, der Vorsitzende des Organisationskomitees erklärt, was das Publikum am Wochenende erwartet.

Herr Jacquemai, welche Rennen sind in Roggenburg zu erleben?

Hans Jacquemai: Bei uns findet jedes Jahr der Grand Prix der Schweiz statt, zu dem die Läufe der Seitenwagen-Weltmeisterschaft gehören. Dafür kommen Fahrerpaare aus ganz Europa nach Roggenburg. Unter anderem sind Sportler aus Belgien, Grossbritannien und Tschechien anzutreffen. Die Teilnehmer stammen insgesamt aus vierzehn Nationen. Am Samstag ist die Qualifikation und am Sonntag sind die Finalrennen. Ebenso richten wir jeweils die letzten Läufe der Schweizer Meisterschaft in den beiden Einzelkategorien MX2 und MX Open aus. Somit wird dort der Schweizer Meister bei uns erkoren. Unsere Motocross-Strecke erfreut sich grosser Beliebtheit, weshalb wir über ein beachtliches Teilnehmerfeld in allen Kategorien verfügen.

Wieso wird Ihre Strecke von den Fahrern geschätzt?

Im Gegensatz zu vielen anderen Rennen wird in Roggenburg auf einer Naturstrecke gefahren. Das bedeutet, dass das Gelände während des restlichen Jahres landwirtschaftlich genutzt wird. Andernorts schütten die Veranstalter einfach einen Parcours auf. Die Fahrer schätzen es, im dorfnahen Gebiet Stelli in einer natürlichen Umgebung fahren zu können.

Weshalb finden in Roggenburg überhaupt Motocross-Rennen statt?

In den frühen Sechzigerjahren begannen einige Dorfbewohner, gemeinsam Motocross zu fahren. Aus der Leidenschaft entwickelte sich der Motoclub Roggenburg, der anfing, eigene Anlässe zu organisieren. Schon früh wurden Seitenwagen-Rennen ausgerichtet. Einige der ersten Weltmeister in dieser Disziplin stammen aus der Schweiz. Dieses Jahr organisiert der Verein die Veranstaltung zum 43. Mal.

Von wem werden Sie bei der Durchführung der Rennen unterstützt?

Uns greifen rund 250 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unter die Arme. Wenn man sich in Erinnerung ruft, dass Roggenburg nur gut 280 Einwohner hat, ist das eine beachtliche Zahl. Viele Freiwillige stammen nicht aus der Region, sondern aus der ganzen Schweiz, ja sogar aus verschiedenen europäischen Staaten. Der Laufentaler Zivilschutz ist erstmals für die Verkehrsführung auf dem Gelände zuständig.

Wer sorgt am Anlass für die Sicherheit der Fahrer und der Zuschauer?

Bei uns auf dem Platz sind zwei Einsatzfahrzeuge mit je einem Arzt anwesend. Zu kleineren Blessuren bei den Fahrern kommt es jedes Jahr. Von grösseren Unfällen sind wir zum Glück bis anhin aber meist verschont geblieben.

Mit vielen Besuchern rechnen Sie?

Wir haben dieses Wochenende wohl den grössten Campingplatz im Baselbiet. Bereits jetzt sind einige Besucher aus ganz Europa hier, die von Rennen zu Rennen reisen. Am Sonntag finden viele Familien aus dem Laufental den Weg nach Roggenburg. Insgesamt werden dann bis zu 6000 Zuschauer am Streckenrand mitfiebern.

Das vollständige Programm finden Sie unter www.mc-roggenburg.ch

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