Chemie-Unfall

Chemieunfall bei Schweizerhalle: Personen aus Spital entlassen

Am Dienstag kurz vor Mittag kam es im Novartis-Werk Schweizerhalle zu einem Chemie-Unfall. Eine ätzende Flüssigkeit trat aus. Von den sechs ins Spital eingelieferten Personen konnten mittlerweile alle wieder nach Hause.

Am Dienstag um 11.40 Uhr traten in einem Pharma-Produktionsbetrieb der Novartis AG «einige wenige Liter einer ätzenden Flüssigkeit aus», wie die Polizei Baselland schreibt. Es sei zu einer Reaktion gekommen, aus welcher Gas entstand. Dieses führte zu Reizungen der Schleimhäute und starkem Hustenreiz.

Sechs Personen mussten ins Spital eingeliefert werden. Alle konnten dieses in der Zwischenzeit wieder beschwerdefrei verlassen. Fünf der eingelieferten Personen arbeiten für eine externe Reinigungsfirma, eine Person ist bei Novartis angestellt. Sieben weitere Personen wurden vor Ort medizinisch betreut. Für Personen ausserhalb des Geländes bestand keine Gefahr. Laut Polizei-Baselland handelte es sich bei der ausgetretenen Flüssigkeit um Thionylchlorid. Diese Substanz wird bei der Herstellung von pharmazeutischen Wirkstoffen eingesetzt.

Stockwerk evakuiert

Als erste Rettungseinheit war die Werksfeuerwehr Johnson Controls vor Ort. Sie rückte mit sechs Mann mit Atemschutzgeräten aus und evakuierte das gesamte Stockwerk des betroffenen Gebäudes. Johnson Controls-Mitarbeiter nahmen danach auch Luftmessungen im Gebäude und in der Umwelt vor. Dabei seien keine Grenzwerte übertreten worden, bestätigte der anwesende Kommandant der Johnson Controls-Werkfeuerwehr Roland Schneitter.

Novartis war mit mehreren Mediensprechern vor Ort. Diese durften jedoch nicht selbständig Auskunft erteilen. Diese Aufgabe obliegt bei Unfällen mit chemischen Substanzen dem Kanton Baselland. Die kantonale Störfallverordnung sieht das so vor.

Keine sichtbaren Schäden

Beim betroffenen Gebäude waren von Aussen keinerlei Schäden sichtbar. Bereits wenige Stunden nach dem Vorfall war die kurzzeitig unterbrochene Produktion laut Novartis wieder in Betrieb. Das Gebäude wurde dafür entlüftet.

Im Einsatz stand neben Johnson Controls und der Kantonspolizei auch Sanitätsfahrzeuge des Universitätsspitals Basel und des Kantonsspitals Liestal. Es wurde keine Bezirks- oder Berufsfeuerwehr aufgeboten. Die Ursachenabklärung (Spurensicherung) der Staatsanwaltschaft und der Kriminaltechnik laufen an. Bis dato wird von einer technischen Ursache oder von menschlichem Versagen ausgegangen.

Thionylchlorid ist eine farblose Flüssigkeit. Sie reagiert heftig mit Wasser und Basen sowie mit einigen Alkoholen.

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