Busse

Attraktivität des ÖV stärken: Fahrpläne sollen stabiler werden

Künftig sollen die Busse im Baselbiet weniger im Stau feststecken.

Künftig sollen die Busse im Baselbiet weniger im Stau feststecken.

Busse stecken häufig im Stau fest. Die Bau- und Umweltschutzdirektion hat nun einen Plan, wie die Fahrplanstabilität verbessert werden könnte, damit der ÖV attraktiv bleibt.

Wenn sich der Verkehr staut, stehen vielerorts auch Busse in der Kolonne – sowohl im Unter- als auch im Oberbaselbiet. «Staubedingte Fahrzeitverluste führen zu Verspätungen und zu Anschlussbrüchen, wodurch die Attraktivität des ÖV sinkt.» Die Folge davon sei, dass die Nutzer zum motorisierten Individualverkehr wechselten, was noch mehr Stau verursache. Dies hielt die Regierung in ihrem Bericht vom vergangenen Februar auf ein Postulat von Alt-Landrätin Christine Gorrengourt fest, das im März 2015 überwiesen worden war. Darin thematisierte die CVP-Politikerin ÖV-Tangentialbusverbindungen, die von Staus stark betroffen sind.

Dazu hat sich nun auch die landrätliche Bau- und Planungskommission (BPK) geäussert. Laut ihrem Bericht betonten mehrere Kommissionsmitglieder, dass die staubedingten Verspätungen auf Buslinien ein Dauerthema seien. Ein Mitglied zeigte sich überrascht, dass die Analyse zu den Ursachen nur im Rahmen der Postulatsbeantwortung stattgefunden habe und nicht als dauerhafte Aufgabe durchgeführt werde. Kritisiert wurde zudem ein fehlendes Gesamtverkehrskonzept.

Projekt «Fahrplanstabilität Bus» gestartet

Verantwortliche der Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD), die den Beratungen der BPK beiwohnten, wiesen darauf hin, dass dies eine Daueraufgabe sei, aber die einzelnen Abteilungen nur das unternehmen könnten, was im Verantwortungsbereich liege. «Für übergeordnete Konzepte muss der Wille der Politik gegeben sein und einen Auftrag durch den Regierungsrat erfolgen», ist im Bericht zu lesen.

Erstaunt zeigt man sich in der BPK ebenfalls über die grosse Anzahl betroffener Buslinien. Gemäss Regierung machte eine erste Analyse einen hohen Handlungsbedarf bei 14 von 45 Buslinien aus. Diese Untersuchung ergab, dass die Abendspitze deutlich kritischer ist als die Morgenspitze.

Um die Fahrplanstabilität zu verbessern, sind laut Regierung Massnahmen in den Bereichen Planung, Betrieb und Infrastruktur möglich. Planerische Schritte umfassen längere Umsteigezeiten oder Restwendezeiten am Linienende sowie tageszeitabhängige Fahrzeitprofile. Zu den betrieblichen Massnahmen gehören vorzeitiges Wenden von Kursen und zusätzliche Kurse. Separate Busspuren oder Haltestellen, an denen nicht überholt werden darf, und die Priorisierung von Bussen bei Ampeln zählen zu den infrastrukturellen Vorkehrungen.

Dies alles werde bereits heute wo möglich umgesetzt, sei aber nicht ausreichend. Um die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit aller Buslinien auf ein ausreichendes Niveau zu heben, wurde von der Verwaltung das Projekt «Fahrplanstabilität Bus» gestartet.

Priorität richtet sich nach der Betroffenheit 

Die BUD erläutert, die Massnahmen würden aufgrund der Betroffenheit der Linie priorisiert. Das ergebe sich aus den Faktoren Verspätung/Fahrplanstabilität und Besetzungsgrad der Busse: Je grösser die Verspätungen und je mehr Fahrgäste betroffen sind, umso prioritärer sei eine Massnahme. Fünf Beispiele: Zulauf zum Kreisel Oberwil, Bereich Schloss Bottmingen, Hardwald Muttenz, Bad Bubendorf sowie Hohenrainstrasse Pratteln.

In der BPK ist man sich einig, dass die «betroffenen Problemstellen rasch behoben» werden müssen, damit der ÖV gegenüber dem motorisierten Individualverkehr attraktiv bleibe.

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