Es sei eine Würdigung der ausserordentlich grossen Bedeutung des Anlasses. So erklärte der Regierungsrat am Mittwoch, dass er der Host-City Basel 300 000 Franken für den am 18. Mai stattfindenden Europa-League-Final bewilligt hat. Weil der Anlass als Schwerpunktprojekt eingestuft wird, sei diese finanzielle Unterstützung gerechtfertigt.

Verwendet wird der Betrag dafür, um die Stadt vor und nach dem Finale des zweitwichtigsten Clubwettbewerbs im europäischen Fussball von ihrer besten Seite präsentieren zu können. Zum einen werden in Absprache mit der Uefa eine neutrale Fanzone auf dem Münsterplatz sowie zwei Fanzonen für die jeweiligen Anhänger der am Finale teilnehmenden Teams auf dem Clara- und dem Barfüsserplatz organisiert. «Die 300 000 Franken sind dafür da, um ebendiese Zonen, die von uns organisiert werden, einzurichten und sie zu beschriften», erklärt Peter Howald, Leiter der Abteilung Sport und des Sportamtes des Erziehungsdepartements des Kantons Basel-Stadt.

FCB-Volunteers müssen helfen

Ebenfalls gedeckt werden damit die Kosten, die durch die Ausstellung des Pokals – dieser wird einen Monat lang vor dem Spiel in Basel zu sehen sein – und durch ein Dinner, das am Vorabend des grossen Spiels stattfindet, anfallen. Am offiziellen Dinner der Host-City Basel werden rund 400 Gäste teilnehmen. «Ausserdem braucht es natürlich noch Personal, unter anderem Volunteers des FC Basel, um alles zu organisieren. Mit den 300 000 Franken ist dies dann aber alles gedeckt, was in der Stadt anfällt», so Howald. Im Stadion sind der Fussballverband und der FC Basel verantwortlich.

Was jedoch durch den Swisslos-Fonds-Zuschuss nicht gedeckt ist, sind die Sicherheitskosten. Was dort aber alles an Kosten anfallen wird, sei noch unklar: «Mit der allgemeinen Lage, die momentan in Europa herrscht, ist es schwer zu beurteilen, was es alles braucht», erklärt Howald. «Ich glaube nicht, dass sich bis im Mai viel an der Lage ändern wird. Eigentlich wird alles so geregelt wie bei einem normalen Champions-League-Spiel. Da wir aber kein Risiko eingehen wollen, wird eher mehr als weniger gemacht.» Getragen werden sollten die Kosten über das normale Budget der Polizei.

Public Viewing nicht nötig

Doch nicht nur die Sicherheitskosten sind schwer zu planen, sondern auch der Transport der Fans von den jeweiligen Fanzonen ins Stadion. «Weil wir noch nicht wissen, wer am Finale teilnehmen wird, versuchen wir alle Optionen offen zu halten. Allenfalls wird es einen geordneten Fanmarsch auf separaten Routen ins Stadion geben, Fans sollen aber auch mit Bussen zum Stadion gelangen. Wir planen also, ohne zu wissen, wie die Finalpaarung lautet.» Dasselbe gelte für die Anreise der Anhänger. «Auch dort bereiten wir uns auf alles vor. Auf Ankünfte am Flughafen oder solche per Zug oder Bus. Wir planen überall den worst case, damit wir auf alles vorbereitet sind.»
Was definitiv nicht in die Planung einfliesst, ist ein Public Viewing. Denn wie Howald sagt, ist es «nicht üblich und notwendig, dass es bei so einem Anlass ein Public Viewing gibt. Das braucht es einfach nicht.»

In der Vereinbarung mit der Uefa stehe lediglich, dass es zwei Fantreffpunkte für die jeweiligen Teams geben muss. «Die Fans, die kommen, wollen ja ins Stadion. Die kaufen ein Package von der Uefa, die reisen nicht an, um in der Stadt an einem Public Viewing teilzunehmen.»

Ausserdem sei das Finale der Europa League auch nicht zu vergleichen mit der EM 2008, an der es Public Viewings in der Stadt gegeben hatte. «Damals war der Ansturm nicht berauschend, deshalb sehen wir das Bedürfnis jetzt auch nicht.» Eine einzige Ausnahme gibt es aber doch: «Sollte es der FCB ins Finale schaffen, dann überlegen wir es uns selbstverständlich noch einmal.»

Was neben den diversen Unklarheiten bereits sicher ist, ist der Erhalt eines Kunstrasens im Wert von 100 000 Franken, den die Uefa Basel schenkt. «So gibt die Uefa der Stadt etwas zurück.» Platziert wird der Kunstrasen im Zuge einer Sanierung auf der Liesbergermatte im Gundeli.