Baselland

14-Jährige geben sich als Taubstumme aus und betteln

Fiese Masche: In Gelterkinden gaben sich zwei 14-jährige Rumänen als taubstumm aus und bettelten um Geld. Die Polizei konnte sie festnehmen, ein Strafverfahren wurde eröffnet.

Die Baselbieter Polizei nahm vergangenen Samstagmittag in Gelterkinden zwei illegale Bettler fest. Die beiden 14-jährigen, im Elsass wohnhaften Rumänen hatten sich als taubstumm ausgegeben und im Parkhaus der Migros am Badweg um Geld gebettelt. Eine aufmerksame Drittperson rief die Polizei.

Als die Beamten eingetroffen waren, ergriffen die Jung-Ganoven die Flucht, konnten aber kurze Zeit später in der Nähe des Bahnhofs eingeholt und angehalten werden.

Am Samstagnachmittag wurden die beiden wieder entlassen, die Jugendanwaltschaft hat gegen sie entsprechende Strafverfahren eröffnet. Das kantonale Amt für Migration hat für die beiden Jungen, die sowohl hören als auch sprechen können, eine Ausgrenzung aus dem Kanton verfügt.

Die Polizei bittet die Bevölkerung um erhöhte Vorsicht und appeliert, nicht auf die «Taubstummen-Masche» hereinzufallen. Verdächtige Beobachtungen können an 112 gemeldet werden.

Fieser Bettelbrief

Die «Nordwestschweiz» erhielt von einem Leser die Kopie eines Bettelbriefs (Bildergalerie), mit dem Jugendliche unter der falschen Vorgabe, taubstumm zu sein, Passanten und Zugpassagiere ansprechen. Der Leser selbst wurde im März in der S-Bahn zwischen Tecknau und Olten von zwei falschen Bettlern angegangen. «Zuerst fragten sie mit Handzeichen um eine Unterschrift, dann wollten sie Geld.» Der Passagier durchschaute jedoch die Masche, nahm den beiden die verbleibenden Papierbogen ab und drohte mit der Polizei. Als der Zug in Olten hielt, spurteten die Jugendlichen davon.

Die fiese Masche ist offenbar schon länger bekannt: Als der besagte Leser den Vorfall am SBB-Schalter meldete, meinte der Mitarbeiter am Schalter bloss: «Ah, sind sie wieder unterwegs ...» (jan)

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