Plötzlich impotent?
Über drei Jahre kein Nachwuchs – Elefantenbulle Jack muss den Basler Zolli wieder verlassen

Er hätte die Lösung für die Nachwuchsprobleme sein sollen: der Elefantenbulle Jack. Doch dreieinhalb Jahre funktionierte es nicht. Deshalb schickt ihn der Basler Zolli zurück in seinen Herkunftszoo in Ungarn.

Aimee Baumgartner
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Elefantenbulle Jack konnte im Basler Zolli nicht für Nachwuchs sorgen.
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2017 wurde er aus einem Zoo in Ungarn geholt, um die Damen zu beglücken.
Nun wird Jack wieder zurück geschickt, Rund 30 Stunden dauerte der Hintransport mit einem Sattelschlepper über eine Strecke von über 1300 Kilometer vom Sosto Zoo nach Basel.
Unterdessen ist der Elefantenbulle 27 Jahre alt. Die Lebenserwartung bei den afrikanischen Elefant beträgt 60 bis 70 Jahre.
Jack ersetzte den früheren Basler Elefantenbulle, der vor dem Umbau der Anlage nach Schweden gebracht wurde.

Elefantenbulle Jack konnte im Basler Zolli nicht für Nachwuchs sorgen.

Zoo Basel

Es will einfach nicht klappen. Seit Jahren setzt der Basler Zolli alles daran, dass es Junge bei den Elefanten gibt. Für 27 Millionen Franken wurde die komplette Anlage umgebaut. Doch der Nachwuchs blieb aus. Vielleicht liegt es am Elefantenbullen, dachte sich der Zolli.

Deshalb schickten sie ihn kurzerhand in einen Zoo in Schweden. Der Retter in der Not sollte dann Jack sein. Ein damals 24-jähriger Elefant aus einem ungarischen Zoo. Die Damen zeigten sich durchaus interessiert, immer wieder kamen sie Jack näher.

Die Hoffnung hat sich aber nicht erfüllt

Mehrfach habe Jack zwar die Elefantenkühe gedeckt, trächtig wurden sie aber alle nicht. Dabei standen die Chancen nicht schlecht, denn in seinem Heimatzoo in Sóstó sei er bereits zweimal Vater geworden. Jetzt hofft man dort auf weiteren Nachwuchs.

Eine WG, das kommt für den Zolli nicht in Frage. Zu wichtig sei der Nachwuchs für die Erhaltung der Elefantenpopulation in den europäischen Zoos.

Nun muss der Elefantenbulle – wie bereits sein Vorgänger – also wieder gehen, in der Hoffnung, dass er vielleicht in Ungarn wieder erfolgreich ist. Jack reiste in einem über fünf Tonnen wiegenden Spezialcontainer. Bereits seit Wochen hätten die Tierpfleger mit ihm den Transportvorgang schrittweise eingeübt.

Warum es in Basel keinen Nachwuchs gab, darüber lässt sich nur spekulieren

Es könnte sein, dass die drei Elefantenkühe Rosy, Maya und Heri einfach nicht zu Jack gepasst haben, sagt Zolli-Kurator Fabian Schmidt. «Aber auch das Alter der Kühe oder auch medizinische Gründe könnten eine Rolle spielen.»

Die Damen dürfen aber aktuell alle in Basel bleiben. Der Zolli sei nun auf der Suche nach dem nächsten valablen Kandidaten. Gesucht werde ein Bulle mit «Erfahrung» - das könnte aber noch eine Weile dauern.

Und auch dann sei unklar, wie gross die Chancen auf Baby-Elefanten wirklich sind. Heri werde mit ihren 44 Jahren wohl keinen Nachwuchs mehr haben. Ob es bei Maya (26) oder Rosy (25) noch klappt, werde sich zeigen.

Auch bei anderen Tierarten will es mit der Fortpflanzung nicht funktionieren

So hat es der Zolli zwischenzeitlich bei den Kraken ganz aufgegeben. Man habe zwar vereinzelt Paarungen beobachtet, aber wie bei den Elefanten gab es trotzdem keine Jungen. Das sei der Grund, wieso seit über einem halben Jahr gar keine Kraken mehr im Vivarium ausgestellt sind.

Nachwuchs bei den Erdmännchen.
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Nachwuchs bei den Erdmännchen.
Herumstolpernde, junge Zwergziegen in Basel.
Herumstolpernde, junge Zwergziegen in Basel.
Die Kleinen erkunden neugierig ihr Gehäge.
Die grauen Entchen sind namentlich junge Koskorobaschwäne.
Die grauen Entchen sind namentlich junge Koskorobaschwäne.
Der Nachwuchs bei den Königspinguinen wird schnell gross.
Der Nachwuchs bei den Königspinguinen wird schnell gross.
Das junge Zwergflusspferd trägt den Namen Queyha.
Mit seinen Eltern erkundet es sein Gehäge.
Die Waldrappen lehren ihren Jungen, wie man Nahrung zu sich nimmt.
Die Waldrappen lehren ihren Jungen, wie man Nahrung zu sich nimmt.
Die Waldrappen lehren ihren Jungen, wie man Nahrung zu sich nimmt.
Auch die Seidenreiher verzeichnen Zuwachs.
Die Flamingo-Eltern füttern ihre Jungen mit einem blutroten Sekret.
Die Jungen der Rosaflamingos haben erst rosane Beine, danach graue und erst dann werden sie wieder rosa.
Die Flamingo-Jungen versammeln sich in einem Kindergarten wie zwei "Aufpassern".
Totenkofpäffchen klammern sich gerne auf dem Rücken ihrer Mütter fest.
Totenkofpäffchen klammern sich gerne auf dem Rücken ihrer Mütter fest.
Die insgesamt acht Jungen sind die ersten in Basel seit zwei Jahren.
Die insgesamt acht Jungen sind die ersten in Basel seit zwei Jahren.
Nach wenigen Wochen wagen die jungen Steinkäuze bereits erste Flugversuche.
Nach wenigen Wochen wagen die jungen Steinkäuze bereits erste Flugversuche.
Nach wenigen Wochen wagen die jungen Steinkäuze bereits erste Flugversuche.
Jungtiere Zolli 2020
Einmal bei der offiziellen Geburt, die man aber als Betrachter nicht mitbekommt.
Das zweite Mal, wenn das Junge zum ersten Mal seinen Kopf aus dem Beutel streckt und man es zum ersten Mal richtig sieht.
Die jungen Gürtelvaris werden zuerst in einer Wufkiste im Zolli von den Eltern abgelegt.
In der Natur werden dafür verlassene Baumhöhlen benutzt.
Dort bleiben sie für sechs Wochen.
Im Gegensatz zu manch anderen Primatenarten tragen die Varis ihre Jungen nicht herum.
Im Gegensatz zu manch anderen Primatenarten tragen die Varis ihre Jungen nicht herum.
Die jungen australischen Süsswasserkrokodile sind die ersten Süsswasserkrokodile in Basel.
Insgesamt schlüpften drei Süsswasserkrokodile, zwei überlebten,
Beide Elternteile kümmern sich um ihren Nachwuchs.
Auch bei den Nilkrokodilen gabs Nachwuchs.
Bei den Klammeraffen gebaren gleich zwei Weibchen Junge.
Die Kleinen gehören einer in der Natur stark gefährdeten Art an.
Die süssen Tiere sind von Südmexiko bis Panama zu Hause.
Ihre natürliche Umgebung ist der Regenwald.
Trotz ihrer eher geringen Grösse können sie bis zu 10 Meter weit springen.
Die Somali-Wildeselstute Tana hat ein Hengstfohlen geboren.
Der Name des Kleines ist Rehani.
Wegen der Klimaerwärmung und der Menschen gehören Somali-Wildesel zu den bedrohten Tierarten.
In der Natur gibt es gerade mal noch 200 Tiere.

Nachwuchs bei den Erdmännchen.

Zoo Basel