Tierquälerei
Unbekannte besprayen neun Igel mit Farbe: Tiere verlieren ihre natürliche Tarnung und sind für Feinde besser erkennbar

Laut der Organisation Basel Animal Save wurden vergangene Woche insgesamt neun Igel mit Farbe besprayt. Stand jetzt liegen noch keine Informationen zur Täterschaft vor.

Lea Meister Jetzt kommentieren
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Einer der besprayten Igel.

Einer der besprayten Igel.

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«Basel Animal Save» reicht am Dienstag noch eine Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Baselbieter Polizei ein. Diese Woche habe sie eine Meldung über farbige Igel erreicht, teilt Tierschützer Olivier Bieli in einer Mitteilung vom Dienstag mit. Eine Privatperson habe sie kontaktiert, welche die Tiere zufällig entdeckte. Eine Helferin von Basel Animal Save fotografierte daraufhin die «verschandelten» Tiere, so Bieli gegenüber der bz.

Die Wildtiere wurden mit unterschiedlichen Farben eingefärbt.

Die Wildtiere wurden mit unterschiedlichen Farben eingefärbt.

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An der Grenze von Birsfelden zu Basel haben die Tierschützer bis jetzt neun Igel festgestellt, die wohl übers Wochenende mit unterschiedlichen Farben besprayt worden sind.

Insgesamt neun Tiere wurden mit Farbe besprayt.

Insgesamt neun Tiere wurden mit Farbe besprayt.

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Beim Veterinäramt, der Polizei und dem Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain liegen noch keine weiteren Erkenntnisse zu diesem Tierschutzfall vor. Das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain bestätigte ausserdem laut Bieli, dass derzeit keine Projekte im Gange seien, bei welchen Igel zu Forschungszwecken markiert würden. Es könne deshalb von einer illegalen Einfärbung der Wildtiere ausgegangen werden.

Misshandlungen von Igeln kommen immer wieder vor

«Wir hoffen, dass durch die Polizei eventuell ein Zeugenaufruf verfasst wird. Wenn wir Glück haben, meldet sich jemand mit Informationen bei den Behörden oder bei uns», sagt Bieli.

Meldungen zu besprayten Igeln seien in Basel bisher noch keine eingegangen, so Bieli, allerdings gebe es immer wieder Meldungen zu Igeln, die als Fussball benutzt und getreten würden. In zwei Fällen seien Igel gar lebendig angezündet worden. «Angemalte Igel hat bei uns bis jetzt nie jemand gemeldet, es gab aber kürzlich zwei ähnliche Fälle in Deutschland». So sind Ende August in Schöppingen drei eingefärbte Igel aufgetaucht. Tierrechtsorganisationen haben eine Belohnung von 1'000 Euro ausgesetzt.

Igel verlieren ihre Tarnung

Die Art der in Birsfelden benutzten Farben ist nicht bekannt, entsprechend kann nichts über die genauen Bestandteile gesagt werden. Manche Farben können Reizungen der Haut oder der Augen und Nase verursachen. «Handelt es sich um wasserlösliche Farben, sollten die Igel keine Schäden erleiden», sagt Bieli, gefährlich sei die Farbattacke aber aus einem anderen Grund: «Mehr Probleme haben die farbigen Igel, wenn es um ihre überlebenswichtige Tarnung geht. Für Fressfeinde wie Marder, Fuchs, Dachs und Uhu sind die stacheligen Beutetiere nun um einiges besser zu erkennen.»

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