Staatsgewalt
Gewaltvideos und Pornos im Teamchat – Basler Polizist verurteilt und entlassen

Ein langjähriger Gruppenleiter wurde von der Staatsanwaltschaft wegen verbotener Videos verurteilt. Zwei weitere frühere Kameraden von ihm standen oder stehen vor Gericht.

Jonas Hoskyn Jetzt kommentieren
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Der Einsatzzug der Basler Polizei ist an der Front, wenn es schwierig ist. Mehrere Angehörige wurden zuletzt wegen strafbarer Handlungen verurteilt.

Der Einsatzzug der Basler Polizei ist an der Front, wenn es schwierig ist. Mehrere Angehörige wurden zuletzt wegen strafbarer Handlungen verurteilt.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

Mehrere Mitglieder des Einsatzzuges der Basler Polizei waren in den vergangenen Monaten Angeschuldigte in einem Strafverfahren. Dies zeigen Recherchen von «SRF Investigativ». Bereits bekannt ist der Fall eines Polizisten, der einen Jugendlichen auf dem Polizeiposten geschlagen hatte, und sich deshalb vor dem Straf- und dem Appellationsgericht verantworten musste. Dieser Fall ist noch nicht rechtskräftig.

Auffallend: Der Fall ist nur der jüngste in einer Reihe von Strafverfahren gegen Mitglieder des sogenannten Einsatzzuges der Basler Polizei – jener Truppe, die bei Demonstrationen, Fussballspielen oder Einsätzen im Drogenmilieu ausrückt. Der verurteilte Mann hatte den Rang eines Teamleiters.

Wie SRF am Montag berichtete, sind auch zwei weitere Polizisten, welche mit dem Gesetz in Konflikt gerieten, Mitglieder dieser Abteilung. Bereits bekannt ist der Fall eines Polizisten, der einen Jugendlichen auf dem Polizeiposten geschlagen hatte, und sich deshalb vor dem Straf- und dem Appellationsgericht verantworten musste. Dieser Fall ist noch nicht abgeschlossen. Mittlerweile rechtskräftig verurteilt ist ein weiterer Polizist. Er hatten einen verhafteten Drogendealer mehrfach ins Gesicht getreten. Das Bundesgericht bestätigte das Urteil der Basler Vorinstanzen.

Zwei der Verurteilten arbeiten noch bei der Polizei

Trotz der Häufungen im Einsatzzug sagte Polizeikommandant Martin Roth gegenüber SRF: «Der Einsatzzug hat kein systematisches Gewaltproblem. Diese schwerwiegenden Einzelfälle dürfen nicht über die gute Arbeit des Polizeikorps hinwegtäuschen.»

Überraschend: Während die Verantwortlichen beim Mann, der «nur» Videos verschickt hatte, durchgriffen und die Kündigung aussprachen, arbeiten die beiden anderen trotz der begangenen Körperverletzungen noch immer für die Basler Polizei. Gemäss SRF wurden sie aber in den Innendienst versetzt.

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