«Kunstmütze»

Sie beginnt mit Plätzchen und Punsch: Die Fantasiewerkstatt für Gross und Klein

Seit rund 20 Jahren ist Kerstin Abstreiter in der Kinder- und Jugendarbeit tätig.

Seit rund 20 Jahren ist Kerstin Abstreiter in der Kinder- und Jugendarbeit tätig.

An der Horburgstrasse 19 öffnet die «Kunstmütze» morgen Samstag zum ersten Mal ihre Tore.

«Ein Kreativraum und Begegnungsort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene» soll die «Kunstmütze» am Rande des Klybeck-Quartiers sein. Die kunterbunte Durchmischung zeigt sich bereits an der Eröffnungsfeier morgen Samstag. Künstlerinnen und Künstler im Alter zwischen 5 und 68 Jahren präsentieren ihre Kunstwerke in der Verkaufsausstellung. Neben der Vernissage ist auch mit musikalischen und literarischen Programmpunkten für Unterhaltung gesorgt.

Die sogenannte «Kunstmischung» beginnt um 11 Uhr mit Plätzchen und Punsch. Bereits kurz nach Mittag folgt der erste Programmpunkt. Begleitet von sanften Gitarrenklängen können sich die Gäste temporäre Henna-Tattoos aufmalen lassen. Nachdem Jeanette Blank, Autorin beim Liechtensteiner Literatursalon, ihre dichterischen Ergüsse zum Besten gibt, präsentiert Simone Xie ihre «Chibi-Porträts.» «Chibi» ist ein japanischer Zeichenstil, der mit seiner kindlichen Charakterisierung dafür verwendet wird, starke Emotionen zu verkörpern. Zum Schluss setzen die Schweizerin Sonja Roth und der Irländer Sean Byrne mit gefühlvollem Singer-Songwriter-Sound musikalisch den Schlusspunkt.

«Ohne Zwang und Leistungsdruck» Kreativität ausleben

Aufgegleist wurde das Projekt von der Jugendarbeiterin Kerstin Abstreiter. Nebst der halbjährlichen Kunstmischung wird die Kunstmütze diverse andere Angebote zur Verfügung stellen. Vor allem Kinder und Jugendliche im Alter zwischen fünf und fünfzehn Jahren stehen im Fokus. Im Gegensatz zu anderen Lebens- und Lernräumen will die Kunstmütze den Kindern einen Experimentierraum bieten, in dem diese ihrer Fantasie «ohne Zwang und Leistungsdruck» freien Lauf lassen können. So möchte Abstreiter einen «Ausgleich zum Stress in Schule und Alltag» bewirken.

Für die Jüngsten bietet Abstreiter die Fantasiewerkstatt an. Jeden Mittwoch treffen sich Kinder im Alter zwischen fünf und sieben Jahren, um Techniken und den Umgang mit verschiedenen Werkzeugen und Materialien zu lernen. Ab dem neunten Lebensjahr können die Kinder dann die donnerstägliche Druckwerkstatt oder das freitägliche Angebot «Kunstspuren» besuchen. Während in ersterem Kurs diverse Drucktechniken erlernt werden, arbeiten die Kinder im Kunstspuren-Projekt auf ihren eigenen Museumsladen hin, der dann zweimal im Jahr geöffnet wird. An der öffentlichen Vernissage des Museums führen die jungen Künstler ihre Gäste spielerisch durch die Ausstellung.

Mit der ganzen Familie auf der Suche nach versteckter Kunst

Ein- bis zweimal im Jahr organisiert Abstreiter die Kunstmützen-Kofferaktion. Kinder und Jugendliche aus dem Quartier machen sich in der Stadt gemeinsam auf die Suche nach versteckten Kunstwerken und interessanten Fundstücken. Danach werden die im Koffer gesammelten Materialien in der Werkstatt der Kunstmütze zu Kunstwerken verarbeitet und in eine Geschichte eingebettet, welche dann an der Vernissage präsentiert wird.

Entstanden ist das Projekt im Rahmen ihres Studiums am Kuverum, dem Institut für Kulturvermittlung und Museumspädagogik. Abstreiter schliesst den Studiengang mit der Umsetzung der Kunstmütze ab. Seit rund 20 Jahren engagiert sich die Wahlbaslerin aus Deutschland in der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Zuletzt betätigte sich Abstreiter in den Stadtbibliotheken Basels, wo sie den Kreativclub gründete.

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