An diesem Freitagmorgen ist im Basler Gotthelfschulhaus nichts mehr wie vorher. Nachdem am Donnerstag ein 7-jähriger Schüler auf offener Strasse angegriffen und tödlich verletzt wurde, ist die Betroffenheit und Trauer gross. Eine 75-jährige Frau stellte sich nach der Tat.

Auf dem Gotthelfplatz liegen Blumen und Kerzen – im Lehrerzimmer wurde eine Schweigeminute abgehalten. Um 7 Uhr morgens wurden die Lehrpersonen und Eltern vom Schulpsychologischen Dienst begrüsst und das weitere Vorgehen besprochen, bevor die Psychologen und die Lehrer sich in die Klassen begeben hätten.

«Die Stimmung war sehr ruhig», sagt Simon Thiriet, Sprecher des Erziehungsdepartements. «Jede Klasse reagiert anders auf das Vorgefallene.» Gewisse Klassen bräuchten eine längere Betreuung als andere. Man müsse jetzt schauen, wie die Kinder reagieren. 

Ebenso waren Mitarbeiter der Community-Polizei der Basler Kantonspolizei vor Ort. Sie sind die Ansprechpartner im Quartier, welche für die bürgernahe Polizeiarbeit zuständig sind. «Eltern und Kinder konnten bei Bedarf mit ihnen reden», sagt Thiriet. Die Polizei sei vor allem als Ansprechpartner vor Ort gewesen und nicht weil man Angst habe.

Der Knabe wurde am Donnerstagmittag auf dem Heimweg angegriffen. Eine Lehrerin entdeckte den verletzen Jungen am Boden. Der alarmierte Rettungsdienst leistete Erste Hilfe, bevor der Junge ins Universitäts-Kinderspital gebracht und dort notoperiert wurde. Jedoch erlag er seinen schweren Verletzungen im Spital.

Laut Angaben der Staatsanwaltschaft stammt der 7-Jährige aus dem Kosovo. Seine Mutter sprach mit dem «Blick» über den unfassbaren Schicksalsschlag. Die Familie wolle den Jungen in seiner Heimat beisetzen.

Am Samstag um 14 Uhr wird in Basel ein Trauermarsch für den ermordeten 7-Jährigen stattfinden. Dazu hatte ein erschütterter Vater via Facebook-Post aufgerufen. Die Polizei wird vor Ort sein. Organisator Emi Salahi sagt gegenüber «20 Minuten», dass er die Familie und den verstorbenen Jungen zwar nicht kannte, aber «ich hatte via Medien von der schrecklichen Tat erfahren und war so erschüttert, dass ich irgendwie helfen wollte».

Der im Aargau wohnhafte gebürtige Albaner hat eine 10-jährige Tochter. «Für Eltern ist ein solcher Vorfall brutal», sagt er. «Das Schlimmste, was passieren kann.» Aus Solidarität habe er in einer albanischen Facebook-Gruppe den Aufruf zum Trauermarsch gepostet. Es haben bereits über 100 Personen ihr Interesse angemeldet.