Riehen
Knatsch zwischen Musikschule und Gemeinde

Die private Musikschule «SMEH» fordert von der Gemeinde Riehen mehr finanzielle Unterstützung. Deren Inhaberin äussert schwere Vorwürfe.

Tobias Gfeller
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Edith Habraken hat sich mit der Gemeinde Riehen verkracht.

Edith Habraken hat sich mit der Gemeinde Riehen verkracht.

Christian Schnur

Seit 2014 hat die private Musikschule SMEH ‒ «Schlagzeug- & Marimba-Schule Edith Habraken» ‒ mit der Gemeinde Riehen eine Leistungsvereinbarung. Ziel der Subventionen ist es, dass Eltern keine höheren Beiträge als bei der offiziellen Musikschule der Gemeinde bezahlen müssen. Da nun der langjährige Mäzen sein Engagement beendet hat, gerät die SMEH in finanzielle Schieflage.

Nun will die über Riehen hinaus bekannte Musikerin Edith Habraken von der Gemeinde mehr Geld und hat dafür auf der Plattform petitio.ch eine Petition lanciert, die 268 Personen unterschrieben haben. Die Gemeinde soll ihre Subventionen mehr als verdreifachen – 725 Franken pro Schülerin und Schüler pro Quartal statt wie bis anhin 207 Franken, was jährlich über 230'000 Franken machen würden. Edith Habraken äussert schwere Vorwürfe in Richtung Gemeinde. Weil diese ihrer Musikschule zu wenig bezahle, müsse sie ihren Musiklehrerinnen- und Lehrern Löhne unterhalb der Verbandsempfehlung bezahlen. Sie spricht gar von «Dumpinglöhnen», an denen die Gemeinde schuld sei.

Termin zur Besprechung nicht wahrgenommen

Die zuständige Gemeinderätin Silvia Schweizer (FDP) weist die Vorwürfe dezidiert zurück. Sie kann die Forderung auf eine Verdreifachung der Subventionen nicht nachvollziehen. «Die Leistungsvereinbarung wurde bisher Ende Jahr von der SMEH immer mit grosser Dankbarkeit unterschrieben. Wieso die SMEH nun das Dreifache an Subventionen fordert, erschliesst sich mir nicht.» Edith Habraken verlangte für das vergangene Jahr bei der Gemeinde eine Defizitgarantie, die gemäss Silvia Schweizer aufgrund der gesichteten Zahlen «nicht nachvollziehbar» gewesen sei.

Die Gemeinde Riehen habe der SMEH eine Leistungsvereinbarung für das Jahr 2021 angeboten, welche die Subventionen pro Kind weiterhin gewährt, obwohl die Kinder gemäss neuem Konzept in Gruppen und nicht mehr im Einzelunterricht unterrichtet werden sollen, was schlussendlich zu reduzierten Personal- und Raumkosten führt. Einen Termin zur Besprechung der neuen Leistungsvereinbarung habe Habraken aber bisher nicht wahrgenommen, moniert Schweizer.