Projekt
Umfrage im Kleinbasel: Kanton will erfahren, was die Bevölkerung über häusliche Gewalt weiss

Die Einwohnerinnen und Einwohner des Kleinbasels erhielten diese Woche ein Schreiben des Kantons und die Aufforderung, eine Umfrage auszufüllen. Thematisiert wird darin häusliche Gewalt.

Silvana Schreier Jetzt kommentieren
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Um herauszufinden, wie sensibilisiert die Bevölkerung schon für das Thema häusliche Gewalt ist, startet der Kanton eine Umfrage.

Um herauszufinden, wie sensibilisiert die Bevölkerung schon für das Thema häusliche Gewalt ist, startet der Kanton eine Umfrage.

Symbolbild: Jan-Philipp Strobel / DPA

Seit diesem Jahr hat die Basler Regierung den Kampf gegen häusliche Gewalt stärker in den Fokus genommen. Das Thema ist einer von drei Schwerpunkten der Kriminalitätsbekämpfung. Nun startet das Pilotprojekt «Halt Gewalt». Damit sollen die Einwohnerinnen und Einwohner des Kleinbasels für die Thematik sensibilisiert werden.

Ein erster Schritt ist eine Befragung der Kleinbaslerinnen und Kleinbasler. Das Schreiben dazu wurde diese Woche an die Haushalte mit den Postleitzahlen 4057 und 4058 versendet. Mit der Umfrage wollen das Justiz- und Sicherheitsdepartement sowie das Präsidialdepartement in Erfahrung bringen, wie der aktuelle Kenntnisstand aussieht.

Resultate folgen im Frühjahr 2023

Die anonyme Umfrage fragt etwa nach Verhaltensweisen, die man in einer Beziehung für normal empfindet. Ist es in Ordnung, wenn man sich anschreit und die Tür zuknallt? Was ist, wenn Drohungen geäussert oder der Umgang mit Freundinnen oder Verwandten verboten wird?

Weiter geht es um mögliche Schritte, die man ergreifen könnte, wenn man in der Nachbarschaft häusliche Gewalt beobachtet. Dabei wird nach bekannten Anlaufstellen wie der Opferhilfe oder der Familienberatung gefragt. Die Resultate der Umfrage, die noch bis zum 23. Oktober läuft, werden laut Schreiben voraussichtlich im Frühjahr 2023 veröffentlicht.

Neben der nun gestarteten Bevölkerungsbefragung arbeitet der Kanton beim Projekt «Halt Gewalt» auch mit den Quartiervereinen zusammen. Sonja Roest, Leiterin des Kompetenzzentrums für häusliche Gewalt beim Kanton, sagte im Juni zur bz:

«Häusliche Gewalt soll kein Tabuthema mehr sein und die Menschen im Umfeld sollen vor allem auch wissen, an welche Stellen man sich wenden kann.»
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