1875 nämlich kaufte die Stadt die verschiedenen Brunnwerke auf und kümmerte sich zentral darum, dass die Wasserversorgung funktioniert. Und auch von da bis zu dem Zeitpunkt, als in jedem Haus das Wasser aus den Hahnen floss, war es noch ein langer Weg.


Anfänge des staatlichen Wassers


Bereits 1866 war das Druckwassersystem in Betrieb genommen worden, doch nun lag es an den Hausbesitzern, die Leitungen in die einzelnen Stockwerke zu legen. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten die Baslerinnen und Basler ihr Wasser selber am nächsten Brunnen holen.

Wo der erste der heute 190 Basler Brunnen stand, ist nicht völlig klar. Es dürfte wohl aber auf dem Münsterplatz gewesen sein, innerhalb der Mauern des römischen Kastells. Zumindest fand man hier 1944 die Überreste eines sorgfältig ausgekleideten Brunnens. Noch heute erinnert eine Inschrift im Kopfsteinpflaster daran.


Wasser aus dem Rhein


Und es erscheint auch logisch, lagen doch die älteren Siedlungen der Kelten im Kleinbasel und im St. Johann mehr oder weniger direkt in Flussnähe, es gab hier wohl wenig Bedarf an Brunnen.

Die Quellenlage ist, nicht nur für die Brunnen, schwierig nach dem Niedergang des Römischen Reiches bis ins Mittelalter hinein. Erhalten ist der älteste Brunnbrief Basels, der ging 1317 an den Klosterstift St. Leonhard.

Lokalhistoriker Arthur Burger fand aber auch Belege für andere Kloster-Brunnen in den letzten dreissig Jahren des 13. Jahrhunderts. Auch Strassen- und Häusernamen erinnern bis heute an die Geschichte der Basler Wasserversorgung, vom Weiherweg bis zum Brausebad.

Fakt ist aber: ohne Wasser kein Leben, weder für Mensch, noch Tier, noch Pflanze. Es ist also offensichtlich, dass auch in den Jahrhunderten zwischen dem Alemanneneinfall und dem ersten Brunnbrief in Basel Brunnen funktionieren mussten.

Damit diese Wasser erhielten, war ein Netz von Leitungen erforderlich und vor der Zeit von geschweissten Stahl- oder Plastikrohren waren das Verbindungen aus hohl gebohrten gewässerten Baumstämmen, sogenannte Deicheln oder Teucheln.

Immer mehr private Brunnen

In den nächsten Jahrhunderten entstanden an vielen Orten der Stadt, beispielsweise im St. Albantal oder in der Spalen Brunnwerke, die Grundwasser förderten. Von da gelangte das Wasser durch die erwähnten Deicheln zu den Brunnstuben und von da in die Brunnen der Stadt.

Viele der heutigen Brunnen stehen an Orten, an denen bereits im 15. Jahrhundert Brunnen standen. Allerdings sind Brunnentröge nicht für die Ewigkeit gemacht und so ist kaum mehr einer in seiner ursprünglichen Form erhalten.

Die Kanäle Basels, also der Birsigkanal und der St. Albanteich dienten weniger der Trinkwasserversorgung, als vielmehr dem Gewerbe, seien es nun Mühlen oder auch Gerber und Kürschner, die für ihre Arbeit viel frisches Wasser brauchten.

Weil insbesondere der Birsig auch als Abwasserkanal benutzt wurde, war die Qualität des Wassers hier so schlecht, dass man es kaum mehr trinken konnte.

Erst mit der Überdachung des Birsigs im vorletzten Jahrhundert wurde dieser wieder sauberer, was auch der Verschmutzung des städtischen Grundwassers durch das Flüsschen ein Ende machte. Dieses verlor aber ohnehin mit dem steigenden Bedarf der Stadt stetig an Bedeutung.

Nach den Grundwasserfassungen auf dem Bruderholz, beim Riehentor und im St. Albantal bezog die Stadt ihr Trinkwasser zusätzlich aus den Langen Erlen und in neuerer Zeit kamen dann auch andere umliegende Landstriche dazu.

Immer mehr Einwohner und Industrie brauchten immer mehr Trinkwasser. Je grösser die Stadt wird, desto grösser auch die Distanz, über die das kostbare Nass transportiert werden muss.