Jobabbau

Novartis-Kahlschlag: Gewerkschaften planen Demo in Basel

Harter Schlag für den Industriestandort Schweiz: Massenentlassung bei Novartis. Arnd Wiegmann/Reuters

Harter Schlag für den Industriestandort Schweiz: Massenentlassung bei Novartis. Arnd Wiegmann/Reuters

Gewerkschaften planen eine Aktion gegen die angekündigte Massenentlassung bei Novartis. Über 2100 Jobs werden in der Schweiz gestrichen, nun wollen Unia, Syna und Angestellte Schweiz demonstrieren.

Gewerkschaften wollen gegen den Abbau von über 2000 Stellen bei Novartis demonstrieren. Am 24. November soll auf dem Theaterplatz in Basel eine Solidaritätskundgebung stattfinden, heisst es auf einem Flyer, welcher der bz vorliegt. Hinter der Aktion gegen die Personalpolitik des Pharmariesen stehen die Gewerkschaften Unia, Syna und Angestellte Schweiz.

«Mensch statt Marge»: So lautet das Motto der Veranstaltung am übernächsten Samstag. Vom Abbau seien neben den Mitarbeitenden auch Gemeinden, Zulieferbetriebe und Unter- nehmen im Umfeld von Novartis betroffen, heisst es auf einem Flyer.

Das sei umso empörender, weil sich die Kantone immer dafür eingesetzt hätten, dem Unternehmen einen guten Standort zu bieten, schreiben die Gewerkschaften weiter. Unia, Syna und Angestellte Schweiz bezeichnen den Stellenabbau zudem als unnötig, weil Novartis Milliardengewinne mache und deshalb auf die Entlassungen verzichten könnte.

Im September hatte Novartis angekündigt, dass sie in der Schweiz unter dem Strich 2150 Stellen abbauen will. Eine Woche vorher berichtete die bz über einen möglichen Kahlschlag beim Pharmariesen. Der Abbau soll bis in vier Jahren abgeschlossen sein. Betroffen sind die Standorte in Basel, Stein, Schweizerhalle, Locarno und Rotkreuz. Am härtesten trifft es Basel: Dort fallen 1000 Stellen weg. In Schweizerhalle werden mehr als die Hälfte der Jobs eingespart.

Anlass noch nicht bewilligt

Laut Novartis sei dieser Schritt nötig, weil das Unternehmen nur so seine Wettbewerbsfähigkeit erhalten könne. Zurzeit läuft das Konsultationsverfahren wegen des Abbaus, wie Unia auf Anfrage mitteilt.

«Der angekündigte, radikale Stellenabbau ist ein harter Schlag für die Wirtschaft der Region Nordwestschweiz. Wir wollen Solidarität zeigen mit den Betroffenen», sagt Daniel Christen von Angestellte Schweiz. Angesprochen seien neben den Novartis-Mitarbeitern auch deren Familien und Angehörigen.

Noch ist nicht klar, ob die Veranstaltung überhaupt bewilligt wird. Polizeisprecher Toprak Yerguz bestätigt den Eingang einer Anfrage für die Kundgebung. Diese sei aber noch in Bearbeitung. Offenbar sind auch Auftritte von Politikern vorgesehen. Wer auftreten wird, ist noch unklar. 

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