Dreiländergalerie
Neue Konkurrenz für Basler Detailhandel: Weil am Rhein erhält drittes Einkaufszentrum

An der Endehaltestelle des 8er-Trams in Weil am Rhein entsteht ein Shoppingcenter mit einer Verkaufsfläche von 16500 Quadratmetern. Ende 2019 soll es aufgehen. In Basel bleibt man gelassen.

Peter Schenk
Drucken
Teilen
So ähnlich soll das neue Shoppingcenter in Weil am Rhein einmal aussehen.

So ähnlich soll das neue Shoppingcenter in Weil am Rhein einmal aussehen.

zvg

Das Projekt läuft schon einige Jahre, aber jetzt wird es konkret. An der Endhaltestelle des 8er-Trams in Weil am Rhein soll mit einer Verkaufsfläche von 16'500 Quadratmetern ein neues Einkaufszentrum entstehen, nach dem Rheincenter und der Insel das dritte für die Stadt.

Im Frühjahr hat das Freiburger Regierungspräsidium die Raumordnungsprüfung abgeschlossen, im Sommer das Weiler Stadtparlament die Planung freigegeben und im August hat der Investor Cemagg bei der Stadt die Baugenehmigung eingereicht. Da es sich um knapp 50 Ordner handelt, wird die Prüfung dauern.

Laut Anne Tischer, Mediensprecherin des Projektentwicklers Apleona, ist die Fertigstellung des Einkaufszentrums für Ende 2019 geplant. »Die Investitionen liegen im oberen zweistelligen Millionenbereich», schreibt sie. Veröffentlicht wurden bereits Zahlen von 80 oder 70 Millionen Euro.

Ein Problem, dass es schon zu viele Einkaufszentren in der Region Basel gibt, sieht Tischer nicht. «Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens hat das Regierungspräsidium Freiburg die Verträglichkeit der Dreiländergalerie für den Einzelhandel in der Region geprüft und bestätigt», schreibt sie.

Keine Details zu Mietern

Bei der Frage nach der Bedeutung der Schweizer Kunden bleibt Aploena bei Allgemeinplätzen. Auch zu künftigen Mietern, geschweige denn dem Ankermieter, gibt es keine Informationen.
Früher ging es schon konkreter. So liess die Cemagg bereits 2015 eine Studie über den erwarteten Umsatz erstellen. Er lag bei 68 Millionen Euro, wovon 31,5 Millionen Euro von Ausländern, und somit vor allem aus der nahen Schweiz kommen sollen. Auch Untersuchungen über die Aufteilung des Angebots im Einkaufszentrum wurden bereits vorgestellt und publiziert.

Basel kritisiert Parkplätze

Konkret äussert sich der Investor heute nur zu den Parkings. Geplant ist eine Tiefgarage mit 586 Stellplätzen. Der Kanton Basel-Stadt hat ebendies in seiner Stellungnahme gegenüber dem Regierungspräsidium von September 2016 bemängelt. «Aus unserer Sicht wurde zu viele Parkplätze vorgesehen, was ein verkehrspolitisch falsches Signal gibt», teilt Marc Keller, Mediensprecher des Baudepartements, mit. «Wir haben empfohlen, die Auswirkungen auf Zufahrtsstrassen und Grenzübergänge und damit verbundene Lärmemissionen genauer zu prüfen.»

Im Unterschied zu Deutschland werden Einkaufszentren in der Schweiz nicht in Hinsicht auf Bedarf und Angebot bewertet, sondern nur hinsichtlich der Verkehrsanbindung. Zu einer etwaigen «Konkurrenzierung der Geschäfte der Basler Innenstadt» habe man deshalb nichts gesagt.

Gar nicht geäussert im Rahmen der Vernehmlassung hat sich der Kanton Baselland. Die deutschen Untersuchungen hätten die «Marktauswirkungen für die Stadt Basel als eher gering eingestuft. Es hätte eine Gegenexpertise bedurft, um das zu verifizieren», lässt Martin Kolb, Leiter des Amtes für Raumplanung, über die Medienstelle mitteilen. «Da wir davon ausgegangen sind, dass die Auswirkung auf Baselland deutlich kleiner sein werden als jene als gering eingestuften auf Basel haben wir auf eine Stellungnahme verzichtet.»

Gelassen sieht Mathias F. Böhm die Entwicklung, Geschäftsführer von Pro Innerstadt Basel. «Letztlich wird es zu viele Einkaufszentren im Raum Basel geben.»Für Basel sei das halboptimal. «Aber tendenziell bieten die Innenstädte andere Möglichkeiten und werden anderen Bedürfnissen gerecht.»

Aktuelle Nachrichten