Zoo Basel
Nachwuchsfreuden und Zeugungshoffnungen im Zolli

Der Zolli hat gleich zwei neue Bewohner: ein Schimpansen-Baby und ein neues Nashorn. Vor allem mit dem Schimpansen konnte nicht gerechnet werden.

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Am 6. April ist das Schimpansenbaby Nkombe zur Welt gekommen. Niemand hatte zuvor bemerkt, dass seine Mutter trächtig war.
Am 6. April ist das Schimpansenbaby Nkombe zur Welt gekommen. Niemand hatte zuvor bemerkt, dass seine Mutter trächtig war.
Am 6. April ist das Schimpansenbaby Nkombe zur Welt gekommen. Niemand hatte zuvor bemerkt, dass seine Mutter trächtig war.
Nashorn-Kuh Saar ist seit Ende März im Zolli zu Hause.
Nashorn-Kuh Saar ist seit Ende März im Zolli zu Hause.
Nashorn-Kuh Saar ist seit Ende März im Zolli zu Hause.
Nashorn-Kuh Saar ist seit Ende März im Zolli zu Hause.

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Der kleine Nkombe ist kaum zu sehen. Mutter Kitoko hält schützend ihren Arm um ihn, hält den Kopf des Kleinen fürsorglich. Wer den kleinen Schimpansen erspähen will, muss ganz genau hinschauen.

Vor acht Tagen, am Morgen des 6. April, haben Tierpfleger das Schimpansen-Baby entdeckt – und waren ziemlich überrascht. «Wir haben nicht gewusst, dass Kitoko schwanger war. Wir haben es vermutet, es aber nicht geschafft, einen Schwangerschaftstest durchzuführen», erklärt Kurator Adrian Baumeyer die Überraschung. Nun sei seit Dienstag klar, dass Nkombe ein Männchen sei. Dass Mutter Kitoko noch einmal schwanger werden konnte, war lange nicht zu erwarten. Die Affenmama, die 2013 aus Leipzig in den Zolli kam, gebar bereits 2014 ein Kind, ihr erstes, und verlor dieses dann vier Monate später wieder.

Einige Monate später wurde die heute 22-jährige Kitoko schwer krank, litt an einer Hirnhautentzündung, an der sie fast gestorben wäre. «Deshalb ist es so erfreulich, dass es geklappt hat.» Wer der Vater des neusten Schimpansen im Zolli ist, ist unklar. «So glaubt jedes Männchen, es sei der Vater. Das ist besser so, denn sonst würden sie aufeinander oder auf das Kind losgehen», sagt Baumeyer. Mit höchster Wahrscheinlichkeit sei der 12-jährige Kume der Vater. Mit der Erziehung wird er aber nichts zu tun haben. Mutter Kitoko wird sich alleine drei bis vier Jahre intensiv um ihr Baby kümmern und in diesem Zeitraum auch nicht mehr trächtig werden.

Nashorn-Ersatz gefunden

Nicht durch eine Neugeburt, sondern durch einen Import hat es auch bei den Nashörnern eine neue Bewohnerin gegeben. Seit dem 22. März ist Saar eines von drei Nashörnern im Zolli. Der Import weiblicher Nashörner ist für den Zolli alles andere als gewöhnlich. Saar ist erst die zweite Nashorn-Kuh, die in der Geschichte des Basler Zoos importiert wurde. Das letzte Mal war dies 1952 der Fall, als mit Joymothi die spätere Mutter des weltweit ersten zoogeborenen Panzernashorns in den Zolli importiert wurde.

Dass der Zolli überhaupt ein neues weibliches Tier brauchte, ist einem traurigen Umstand geschuldet: «Wir mussten im letzten Jahr die 34-jährige Ellora aus gesundheitlichen Gründen einschläfern», so Kuratorin Friederike von Houwald. Die in Stuttgart geborene Saar landete via Madrid und zuletzt Amersfoort in Basel. Im holländischen Amersfoort gebar sie 2011 ein weibliches Jungtier, wurde seither aber nicht mehr schwanger. «Das ist bei Nashörnern nicht üblich. Insbesondere, wenn sie in dieser Zeit mehrmals gedeckt werden», so Houwald. Dies soll sich nun in Basel ändern. Sobald sie und der Bulle sich vertragen, sollen die beiden für Nachwuchs sorgen, der wie auch Schimpansen-Baby Nkombe Besucher anlockt.

Auch bei den Wildschweinen und den Rappenantilopen gab es kürzlich Nachwuchs. Die Sendung «Tierisch» von Tele M1 hält die herumtollenden Jungtiere fest: