Muba
Muba-Aussteller ärgern sich über Termingerangel

Weinhändler, Schausteller und Betten-Verkäufer sind über die Muba erzürnt: Sie ärgern sich, dass die Messe ab 2014 nun doch nicht im Mai stattfindet.

Iso Ambühl
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Im vergangenen Jahr fand die Muba wie früher im Frühjahr statt – und die Publikumszahlen nahmen zu.

Im vergangenen Jahr fand die Muba wie früher im Frühjahr statt – und die Publikumszahlen nahmen zu.

Keystone

In rund einem Monat findet die 97. Muba vom 22.2. bis 3.3. statt. Doch die Stimmung unter den Ausstellern ist gereizt. Grund dafür ist die Hauruck-Politik der Messeleitung im Bereich der Muba-Termine ab 2014. So gab die Muba letztes Jahr bekannt, dass die Messe 2014, 2015 und 2016 im Mai stattfinden werde. Wer diese Termine heute überprüft, wundert sich: Für 2014 gilt das Datum vom 14.2. bis 23.2., für 2015 vom 6.2. bis 15.2. und für 2016 von 19. bis 28.2.

«Das ist konzeptlos», schimpft René Madörin, Geschäftsleiter des gleichnamigen Familienbetriebs für Teppiche, Parkett, Vorhänge, Betten und Matratzen in Oberwil. Der langjährige Muba-Aussteller bezeichnet den Februar-Termin als viel zu früh im Jahr und ärgerlich, weil er mit den Fasnachts- und Sportferien kollidiere. Weinhändler sind vom Termin im Winter auch nicht begeistert, weil sie so weniger Neuheiten vorstellen könnten. Der Februar liege als Termin viel zu nahe bei der Basler Weinmesse vom Oktober, sagt Bobby Fischer von den Luzerner «Buholzer Fischer Weine».

Wärmere Temperaturen sind besser

Auch Schausteller ärgern sich, die während der Messe einen kleinen Luna-Park auf den Rosental-Anlage führen. Wärmere Temperaturen seien für ihr Geschäft besser, sagt der Basler Schausteller Urs Wolf. Wegen der Mai-Termine hatte er sogar geplant, den Luna-Park während der Muba auszubauen. Dieser Traum ist nun geplatzt. Selbst Muba-Messeleiter Chris Eichenberger plante munter drauflos: Da die Muba 2013 «zum letzten Mal» im Februar stattfinde, sagte er im vergangenen Jahr der «bz», erarbeite man ein neues Konzept für die Belebung des Rundhof-Aussengeländes zum wärmeren Termin im Mai 2014.

Eine Begründung für den Wechsel der Termine erhielten weder Weinhändler Fischer noch Teppich-Händler Madörin. Ein Zeichen für den Oberwiler, dass die einst stolze Muba heute eben selbst von der Messe nur noch als «zweitrangig» angesehen werde. Messeleiter Eichenberger verneint jedoch, dass der Terminwechsel etwas mit der Uhren- und Schmuckmesse Basel World, dem wichtigsten Anlass der Messe Schweiz, zu tun habe. Als Grund gibt er vielmehr an, dass Aussteller vor allem aus der Haushalt- und Möbelbranche auf den Februar-Termin drängten: «Sie befürchten einen massiven Rückgang der Besucher, wenn im Mai schönes Wetter herrscht», sagt Eichenberger.

Februar hat sich bewährt

Der Messeleiter bestätigt, dass Aussteller den Terminwechsel kritisiert hätten. Es habe sich dabei vor allem um den Weinhandel gehandelt, während die grosse Mehrheit keine Kritik geäussert habe. Eichenberger betont, dass ein Termin im Frühling emotional sicher toll wäre. Das Risiko, wegen der warmen Witterung Besucher zu verlieren, habe die Messe jedoch nicht eingehen wollen. Schliesslich habe sich der Februar-Termin in den vergangenen zehn Jahren bewährt. Er will das Jahr 2012, als die Messe wegen des Neubaus ausnahmsweise im April stattfand, nicht gelten lassen: Die Besucherzahlen nahmen gegenüber 2011 um ein Prozent auf 304000 zu. Im vergangenen Frühling herrschte aber ein unfreundliches, kaltes Regenwetter. Gemäss der heutigen Planung findet auch die 100. Muba im Jahr 2016 im Februar statt.

Die Konsequenzen aus dem Termingerangel hat Weinproduzent Istvan Akos, ein Spezialist für ungarische Weine, bereits gezogen. Er nimmt an der Muba nicht mehr teil. Vom 6. bis 8. Juni dieses Jahres will er im Stadtcasino Basel den «Basler Wymärt» wieder aufleben lassen. Die grossen Weinmessen eigneten sich für kleinere Produzenten nur bedingt. «Sie dauern in der Regel zu lange und sind zu teuer», sagt Akos. Falls sich genügend Händler anmelden, will er den «Basler Wymärt» durchführen.

Den Februar bezeichnet Felix Werner, der 2014 in Kooperation mit der Muba die Buchmesse Basel durchführen will, als guten Termin. Im Winter greife man eher zu einem Buch. Ein Nachteil sei, dass noch wenige neue Bücher vorlägen. Für die Buchmesse sei aber entscheidend, dass sie vom grossen Publikumsaufmarsch der Muba profitieren könne, sagt Werner.

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