Basel

Mit der Dienstwaffe das Leben genommen: Fluchtversuch endet tödlich

Der Häftling floh aus dem Gefängnis Waaghof in Basel.

Der Häftling floh aus dem Gefängnis Waaghof in Basel.

Ein 22-jähriger Deutscher verstarb nach kurzer Flucht aus dem Untersuchungsgefängnis. Er konnte bei einem Gerangel mit der Polizei eine Dienstwaffe ergreifen und nahm sich selbst das Leben.

Ein 22-jähriger Untersuchungshäftling hat sich gestern in Basel auf offener Strasse selbst erschossen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sei der junge Deutsche aus der Untersuchungshaft auf die Notfallstation des Unispitals gebracht worden, weil er sich über ein nicht näher definiertes Leiden beklagt hatte.

Um 11.30 Uhr habe sich der Häftling nach der Behandlung losgerissen und sei geflüchtet. Die bewachenden Polizisten hätten ihn durch das Predigergässlein verfolgt und konnten ihn in der St. Johanns-Vorstadt beim Totentanz anhalten.

Polizist Waffe entrissen

Bei der erneuten Festnahme sei es zu einem Gerangel gekommen und dem jungen Mann gelang es, einem Polizisten die Waffe aus dem Holster zu entwenden und sich damit selber zu erschiessen. «Der Polizist steht unter Schock, passiert ist ihm aber nichts,» sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, René Gsell, gegenüber der bz.

Auch Passanten seien nicht zu Schaden gekommen. Welche Delikte dem 22-Jährigen zur Last gelegt werden, konnte Gsell aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht sagen. Aufgrund der Ermittlungen musste die St. Johanns-Vorstadt für mehrere Stunden für den Verkehr gesperrt werden.

Die BVB setzten auf der Tramlinie Ersatzbusse ein. Die Polizei sucht Zeugen, um den Hergang der Ereignisse einwandfrei rekonstruieren zu können.

Die Basler Polizei verwendet, wie die meisten Polizeikräfte Westeuropas, sogenannte Sicherheitsholster für ihre Faustfeuerwaffen. Diese sollen das Ergreifen der Waffe durch jemand anderen als den Träger erschweren. Ganz auszuschliessen ist es nach Angaben sämtlicher Hersteller aber nie. (rom/dre)

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