Tierpark
Lange Erlen: Amerikanischer Wapiti-Hirsch muss gehen

Der Tierpark Lange Erlen in Basel will für fünf Millionen Franken einen neuen Betriebshof und eine Wisent-Anlage bauen. Mit der Realisierung des bisher grössten Projekts in der Geschichte des 1871 eröffneten Tierparks wird bald begonnen.

Merken
Drucken
Teilen
Anstelle des Teiches soll eine Elchanlage entstehen.
5 Bilder
Tierpark Lange Erlen
Ivan Rosenbusch vom Bau- und Verkehrsdepartment BS erläutert den Umbau.
Annarita Vintan vom Bau- und Verkehrsdepartment BS zeigt die Pläne.
Der Tierpark will seinen Fokus auf die einheimische Natur richten.

Anstelle des Teiches soll eine Elchanlage entstehen.

Roland Schmid

Von den fünf Millionen Franken entfallen 3,5 Millionen Franken auf den Betriebshof. Dieser umfasst neben dem Betriebsgebäude auch ein Tiergesundheitshaus, ein Ökonomie-Gebäude und einen Wisent-Stall. Die Baubewilligung für diese Neubauten dürften in den nächsten Wochen eintreffen, hiess es am Dienstag an einer Medienkonferenz.

Bezug im Herbst 2015

Die Abbruchbewilligung für die alten Gebäude, die dem neuen Projekt weichen müssen, liegt dagegen bereits vor. Die Verantwortlichen des Tierparks hoffen, dass die neuen Gebäulichkeiten im Herbst 2015 in Betrieb genommen werden können. Die Finanzierung erfolgt in erster Linie durch Stiftungen und Gönner.

Für die neue Wisent-Anlage, die 1,5 Millionen Franken kostet, liegen indes erste jene 500'000 Franken vor, die es für den Stall braucht. Die Finanzierung der Aussenanlage ist dagegen noch nicht gesichert, wie Edwin Tschopp, Geschäftsführer des Erlen-Vereins, sagte.

Wisente sollen an die Stelle der amerikanischen Wapiti-Hirsche treten. Da der Tierpark seinen Fokus auf die einheimische Natur richten will, passen diese nicht mehr ins Konzept. Wisente, die zu den Wildrindern zählen, hat es dagegen einst auch im Raum Basel gegeben.

Für seine Wapiti-Hirsche hat der Tierpark Lange Erlen eine neue Heimat in Deutschland und bei einem Züchter im Kanton Jura gefunden. Als letzter lebt nur noch der Wapiti-Stier im Tierpark, weil er derzeit sein Geweih aufbaut und ein Transport für ihn zu gefährlich wäre. Im Juli soll er jedoch zwei Kühen und einem Kalb in den Jura folgen.

Weitere 15 Millionen

Die anstehenden Grossinvestitionen markieren für den Tierpark zumindest in finanzieller Hinsicht Halbzeit bei der Umsetzung des 2003 vorgestellten Masterplans. In den kommenden Jahren sollen laut Tschopp weitere 15 Millionen Franken investiert werden.

Neue Anlagen sind laut dem Geschäftsführer etwa für Elche, Biber, Otter oder Schwarzstörche vorgesehen. Möglich ist dies, weil der Tierpark sein Areal bis zum Fuss des Wiese-Damms ausdehnen kann. Die Fläche steigt dadurch von 8,4 auf 11,4 Hektar.

Mit der Vegrösserung des Tierpark-Areals einher geht die ebenfalls vom Grossen Rat bewilligte Aufhebung des bestehenden Erlenparkwegs und der Bau eines neuen Velowegs entlang dem Wiesedamm für 2,3 Millionen Franken.