Kundgebung
Friedliche Demonstration gegen Zionistenkongress in Basel – eskortiert von der Polizei

Es waren höchstens 500 Menschen, die am Sonntag in Basel gegen den aktuell stattfindenden Zionistenkongress demonstrierten. Sie forderten Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit für Palästinenserinnen und Palästinenser. Und dies im strammen Korsett der Polizei.

Mona Martin
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Mit Transparenten, Palästina-Flaggen, Musik und vielen Rufen wird am Sonntag gegen den Zionistenkongress in Basel demonstriert.

Mit Transparenten, Palästina-Flaggen, Musik und vielen Rufen wird am Sonntag gegen den Zionistenkongress in Basel demonstriert.

Roland Schmid

Knapp zwanzig Menschen mit Palästina-Flaggen stehen am Sonntag um 14.30 Uhr auf der Elisabethenanlage. Sie werden in der Anzahl von den rundum stationierten Polizisten und Polizeiwagen locker überboten. Kurz vor dem offiziellen Demonstrationsbeginn um 15 Uhr sind es dann doch um die 400 Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster politischer Gruppierungen, die sich einfinden, um gegen den in Basel stattfindenden Zionistenkongress zu protestieren.

Vor dem Abmarsch wird über erstaunlich gut verständliche Lautsprecher die Forderung dieser Zusammenkunft kundgetan: «Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit für Palästina». Und: Man dulde keine Diskriminierung – auch keinen Antisemitismus. In der Folge werden sowohl Slogans der Klimabewegung als auch des 1. Mais skandiert. Die Bewegung «Boycott, Divestment and Sanctions» ist genauso präsent wie der revolutionäre Aufbau und sozialistische Kurdengruppierungen.

Zwei Veranstaltungen

Auf der Höhe des Klosterbergfests scheitert dann der Versuch der Marschierenden mit dem Ruf «Free Free Palestine» die Klänge von Amy Winehouse «Rehab» zu übertönen. Wobei die Festgesellschaft, zurückgehalten vom Polizeisperrband, teils verblüfft, teils amüsiert zusieht. Eine erste von vielen absurden Szenen an diesem Nachmittag. Die Polizei ist allgegenwärtig.

Beim Bankverein erwartet die bunte Demonstrierendenschar von mittlerweile etwa 500 Menschen eine geisterhafte Stille. Alle Wege ausser demjenigen zur Freien Strasse sind mit Kastenwagen samt Absperrgittern und einer Reihe Polizisten in Vollmontur abgeriegelt. Auch allfällig geplante Farbbomben an die Adresse der UBS werden durch die Absperrung vereitelt.

Der Weg zum Kunstmuseum ist komplett gesperrt durch die Polizei.

Der Weg zum Kunstmuseum ist komplett gesperrt durch die Polizei.

Roland Schmid

Der Tanz zum Schluss

Die Demonstrierenden scheinen sich daran nicht zu stören. Friedlich und alternativlos – denn alle möglichen Ausweichmöglichkeiten sind ebenfalls komplett abgeschottet – wandern sie Richtung Marktplatz. Dort stoppt der Zug. Es ist heiss, über den Köpfen kreist ein Helikopter des Schweizer Militärs und erinnert an die politische Brisanz des sonst fast festlichen Anlasses.

Auf der Mittleren Brücke dann treffen die Demonstrierenden auf Rheinschwimmer, die in ihren Badehosen noch schnell vor der vordersten Reihe durchhuschen und sich danach verständnislos umschauen. Sinnbildlich: Es ist wohl die teuerste Demonstration Basels, ein Grossteil der Bevölkerung weiss aber wohl nicht, worum es dabei geht und was all die Absperrungen dieser Tage sollen. Bei der Haltestelle Claraplatz ertönen die letzten Reden – und zur Musik fehlt zu guter Letzt auch das Tanzen nicht.