Kultur und Covid-19
Hilfe im Dschungel der Hilfsmassnahmen für Kulturschaffende in der Region Basel

Kulturschaffende stellt die Pandemie vor ganz neue Herausforderungen. Einerseits gilt es, Covid-19-Formulare richtig auszufüllen. Andererseits müssen viele ihr Geschäftsmodell überdenken. Dazu gibt es in Basel Stadt und Baselland nun Hilfestellungen.

Mathias Balzer
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Die freie Kulturszene, wie in der Kaserne Basel, erhält Weiterbildung.

Die freie Kulturszene, wie in der Kaserne Basel, erhält Weiterbildung.

Donata Ettlin / bz Zeitung für die Region

Die Pandemie hat den Kulturschaffenden nicht nur Zwangsentschleunigung und Arbeitslosigkeit gebracht. Sie hat auch zu einem unfreiwilligen Bürokratisierungsschub in der Kulturszene geführt. Seit einem Jahr stehen nun nicht kreative Prozesse und die Begegnung mit dem Publikum im Vordergrund, sondern existenzielle Fragen der anderen Art: Welchen Status habe ich eigentlich? Bin ich selbstständig erwerbend oder freischaffend? Hab ich bisher richtig abgerechnet, oder doch die eine oder andere Gage am Fiskus vorbei kassiert? Und wenn ich doch noch einen festen Job, beispielsweise als Musiklehrer habe, wie kann ich den Ausfall der Konzertgagen doch irgendwie kompensieren? Fülle ich das Formular für Kurzarbeit oder dasjenige für Erwerbsersatz aus, oder kann ich Ausfallentschädigung beantragen?

Für viele Künstlerinnen und Künstler und ebenso für Veranstalter ist es nicht einfach, sich im Angebot der staatlichen Coronahilfen zurechtzufinden. Gleichzeitig stehen sie vor der Aufgabe, die Zukunft ihrer Tätigkeit zu überdenken, allenfalls sogar zu verändern, was dann unter dem von Pro Helvetia und dem Bundesamt für Kultur promoteten Schlagwort «Transformation» stattfinden soll.

Die Nordwestschweizer Kulturbeauftragtenkonferenz, zur der auch die Kulturdepartemente von Basel Stadt und Baselland gehören, hat nun, nach einem Jahr, reagiert. Mit dem Projekt «#iknow – die Weiterbildungsoffensive» soll für «neue Impulse in diesen herausfordernden Zeiten» gesorgt werden. Im Angebot stehen Online-Workshops zu Themen wie soziale Sicherheit, Recht oder Versicherungen. Aber auch Weiterbildungskurse, die helfen sollen, Geschäftsmodelle kritisch zu hinterfragen, Reden zu schreiben oder Podcasts zu produzieren. Im April sollen weitere Themen wie Finanzen oder Vorsorge dazukommen. Die Kursangebote sind auf der Website baselland.ch und baselkultur.ch zu finden.

Kostenlose Beratung vom Produktionsdock

Ein weiteres Beratungsangebot betreibt das Produktionsdock in Basel. Das Büro im Quartier St.Johann ist spezialisiert auf Produktionsleitungen im Theater- und Tanzbereich. Neben diesen Dienstleistungen vermittelt das Büro auch Lagerplätze, technisches Material, einen Co-Working-Space oder Künstlerwohnungen. Sehr gefragt ist laut einer Mitteilung des Produktionsdock zurzeit jedoch die kostenlose Beratung, die jeweils Dienstags von 16 bis 18 Uhr konsultiert werden kann. Den Künstlerinnen und Künstlern wird dort geholfen, Anträge korrekt auszufüllen und ihre Produktionen angesichts der anhaltenden Pandemie sinnvoll zu planen.